Mobil, flexibel, unentschieden (Foto: pixabay)

Millennials – die Generation Y verstehen

Wir sind die Generation Y – geboren zwischen Anfang der 80er und Mitte der 90er Jahre. Wir haben scheinbar unzählige Möglichkeiten und Freiheiten in allen Lebensbereichen, doch Entscheidungen fallen uns zunehmend schwer. Die kulturellen Auswirkungen der Digitalisierung, und Globalisierung prägen diese Generation. Unter dem ständigen Wandel und der digitalen Überfülle leiden viele. Dieses Themen-Modul hilft, die Lebensgefühle und Bedürfnisse sowie Wünsche dieser Generation zu verstehen.

Wir Millennials sind die Generation zwischen den Generationen. Als einzige Altersgruppe sind wir noch in der Welt vor den Social Media groß geworden und leben gleichzeitig selbstverständlich mit Smartphones, brauchen die digitale Technologie. Von der Überfülle sind wir aber oft erschlagen, wünschen uns Ruhe und Innerlichkeit.

Vor 50-Jährigen fühlen wir uns wie Kinder, für 20-Jährige wirken wir wie ihre Großeltern. Die Generation 50+ nimmt uns oft als undankbar wahr: Warum wollen wir nicht das weiterführen, was sie aufgebaut haben? Wir könnten alles machen, aber was ist das Richtige für uns? Weder so radikal wie die Greta-Generation noch so hilflos wie manche in der Generation Z.

Ich habe eigentlich immer etwas zu tun. Meine To-Do-Listen hören nie auf, in der App, auf Zetteln und  im Hinterkopf. Immer irgendetwas Unerledigtes. Wie soll ich da abschalten? Das habe ich verlernt: Runterfahren, mich entspannen, gar nichts tun.

Es ist frustrierend, Teil dieser Generation zu sein. Es fühlt sich an, als wäre es irgendwie falsch, wie wir denken und fühlen. Dabei müssten die Älteren doch enorm interessiert sein daran, was wir brauchen und wie es weitergehen soll mit uns.

Wir fühlen uns fremd in der Welt unserer Eltern und Großeltern. So, wie sie diese Welt gemacht haben, wollen wir sie nicht. So, wie wir denken und fühlen, scheint es für uns in deren Welt keinen Platz zu geben. Natürlich fragen wir uns, was mit uns eigentlich los ist.

Wir haben in jedem Lebensbereich eine riesige Auswahl. Wir könnten eigentlich alles machen: Aber wir wissen oft nicht, was sich lohnt. Ständig ändert sich alles in der Welt.

„Welche Ausbildung bringt auch in zehn Jahren noch etwas? Kann man davon leben, eine Familie ernähren, wenn man eine gründet? Soll ich eine Familie gründen? Wie soll mein Lebensentwurf aussehen? Was soll ich mit meinem Leben machen? Stiftet dieser Job für mich Sinn? Erfüllt mich diese Beziehung?“

Unsere Generation hat solche Fragen nach einer Art „Berufung“, Sehnsüchte nach „mehr“. Vielen fehlen jedoch Instrumente, diesen Sehnsüchten existenziell nachzugehen. Ökonomische Zwänge und Flexibilität dominieren und verdecken diese Fragen. Die Robotisierung und Digitalisierung aller Lebensbereiche führt dazu, dass Arbeit immer weniger Sinn stiftet. Wir werden zu immer weniger gezwungen, aber tappen oft in die Falle des ewigen Hinterfragens.

Zwischen Firmung und Kinderkriegen fällt die Kirche aus: Gemeinden und Gottesdienste sind vor allem für ältere Menschen und junge Familien mit Kindern. Wir gehören nicht dazu, fühlen uns nicht eingeladen. Zu Jugendkirchen und Studentengemeinden gehören wir auch nicht mehr: Ein kirchliches Vakuum zwischen 16 und 35, fast 20 Jahre – genau dann, wenn die großen Lebensthemen wie Berufswahl, Partnerschaft, Kinderwunsch dringlich werden.

Mit dem Modul „Die 30-Jährigen verstehen“ bieten wir Verlagen,  Kirchengemeinden, Verbänden, Bildungseinrichtungen…  die Möglichkeit, diese Altersgruppe zu verstehen, Konzepte für die Bildung zu entwickeln, innovative Formate auszuprobieren.

 

Beiträge zu diesem Themen-Modul:

Einmal nichts tun müssen – Wünsche von Millennials – Matthias Alexander Schmidt
Ich habe eigentlich immer etwas zu tun. Meine To-Do-Listen hören nie auf, in der App, auf Zetteln und am schlimmsten: im Hinterkopf. Immer irgendetwas Unerledigtes. Wie soll ich da abschalten? Das habe ich verlernt: Runterfahren, mich entspannen, gar nichts tun. Ich kann es nicht.

Auf der Suche nach Sinn und Berufung - Die religiösen Sehnsüchte junger Erwachsener (hr2-kultur | Hessischer Rundfunk | ARD-Mediathek) Matthias Alexander Schmidt: Direkt anhören

Meditation & Millennials: Von der Freiheit, nichts tun zu müssen (mit Video) - Matthias Alexander Schmidt: Direkt ansehen

 

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Jesus war ein Millennial                       Eckhard Bieger

Die Dreißigjährigen werden Millennials, also „Tausender“ genannt, weil sie vor der Jahrtausendwende geboren wurden. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen dem dreißigjährigen Jesus und ihnen. Hier zum Weiterlesen

Millennials sind keine Pubertierenden mehr Matthias Alexander Schmidt

Es ist frustrierend, Teil dieser Generation zu sein. Es fühlt sich an, als wäre es eigentlich nicht in Ordnung, wie wir denken und fühlen. Dabei müssten die Älteren doch enorm interessiert sein daran, was wir brauchen und wie es weitergehen soll mit uns. Weiterlesen

Digital-depressiv – meine Unsicherheit als Millenial – Matthias Alexander Schmidt

Wir fühlen uns fremd in der Welt unserer Eltern und Großeltern. So, wie sie diese Welt gemacht haben, wollen wir sie nicht. So, wie wir denken und fühlen, scheint es für uns in deren Welt keinen Platz zu geben. Natürlich fragen wir uns, was mit uns eigentlich los ist. Weiterlesen

Millennials: Unendliche Freiheiten, aber keine Sicherheit – Matthias Alexander Schmidt

Millennials haben in jedem Lebensbereich eine riesige Auswahl. Wir könnten eigentlich alles machen: Aber wir wissen meist gar nicht, was sich lohnt, und erst recht nicht auf Dauer: Was soll ich eigentlich mit meinem Leben machen, wenigstens in den nächsten fünf oder zehn Jahren: beruflich – privat – partnerschaftlich? Weiterlesen

Katholisch, Anfang 30, sucht: Kirche – Matthias Alexander Schmidt

Jugendkirche, Studentengemeinde - und dann? Die schwierige Suche nach einer Form von Kirche, die dieser Lebensphase entspricht: Am Beginn des Berufslebens, noch vor der Familiengründung. Hier weiterlesen. Hier weiterlesen

1969 - mein Lebensgefühl mit 30: Eine Revolution stand nicht bevor - Eckhard Bieger SJ

Mit dem Modul wollen wir die Generationen verbinden, Austausch und Verständnis füreinander entwickeln, uns gegenseitig mit unseren Grundgefühlen verstehen und weiterentwickeln. Was war 1969 für einen damals 30-, heute 80-Jährigen dran?
"Dass ich wirklich zu der Generation gehöre, war nicht nur an meinem Bart zu erkennen und dass ich filterlose Zigaretten rauchte, sondern auch an einer nächtlichen Visite der Kripo in einem Selbstversorgerhaus im Odenwald, die uns für eine geflüchtete RAF-Gruppe hielt". Hier weiterlesen

Gott hat mir nie das Du angeboten - Der Buchtipp für eine neue religiöse Sprache

Das Buch in einer jungen Autorin. Sophia Fritz wiederholt nicht das religiöse Vokabular, sondern bewegt sich im Erfahrungsraum der digitalen Welt, um das Lebensgefühl, das Verschwinden der Erinnerungen zu realisieren und die Seelengänge zu ertasten. Biblisch, aber so, dass Bekannte und Freundinnen durch biblische Gestalten mehr verstanden werden. Zum Schluss ein Kapitel über den Himmel, das unsere Erfahrungen und Erwartungen weiter ausbuchstabiert. Weiter lesen

Die Textresistenz der Studierenden: Was Google und Facebook mit den Köpfen gemacht haben - Matthias Alexander Schmidt

Studierende haben sich längst daran gewöhnt, dass das „prüfungsrelevante“ Wissen irgendwie zu ihnen kommt, ähnlich der „News“ in den sozialen Netzwerken. Wir lesen morgens keine Zeitung mehr. Das würden die meisten von uns von der Konzentration her vermutlich auch gar nicht mehr schaffen. Die wichtigen Neuigkeiten kommen schon zu uns, wenn wir sie wirklich brauchen. Das Überfliegen unserer Timeline in Facebook genügt meistens schon. Doch das bleibt nicht folgenlos. Hier weiterlesen

Smartphone, also bin ich - Matthias Alexander Schmidt

Im Smartphone-Zeitalter stellt sich die kartesische Frage neu: Was bliebe als gesicherte Erkenntnis, wenn ich alles anzweifle, was analog ist? Ist mein Körper so in Ordnung, wie er ist; sehe ich gut aus, mögen meine Freunde mich, in welcher Art von Beziehungen stehe ich? Das sind die großen Fragen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Was bleibt, wenn mein analoges Ich traurig, ärgerlich, verletzt, unzufrieden, tot ist? Die Antwort: sicher ist, dass es mich digital gibt. Das Smartphone ist längst mehr als eine verlängerte „res extensa“. Ich poste, also bin ich. Hier weiterlesen

Generation Y - was ist die Grunderfahrung? - Josef Jung

Die Generation Y, also diejenigen, die in den 80ern und frühen 90ern zur Welt kamen, wurden in einer Zeit groß, in der religiöse Lebensvollzüge und ideologische Kämpfe bereits passé waren. Stattdessen geht es um Performanz. Was heißt das für das alltägliche Leben heute? Hier weiterlesen


Kategorie: Module

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