Mobil, flexibel, unentschieden (Foto: pixabay)

Millenials - die Generation Y verstehen

Die Generation Y - geboren zwischen Anfang der 80er und Mitte der 90er Jahre - hat unzählige Möglichkeiten und Freiheiten in allen Lebensbereichen, kann sich aber kaum noch entscheiden. Wechsel, Wandelbarkeit und Mobilität sind die neuen Ideale. Doch darunter leiden auch viele.

Dieses Modul will helfen, die Grundgefühle und Bedürfnisse sowie Wünsche dieser Generation an Kirche und Gesellschaft zu verstehen.

Matthias Alexander Schmidt, Jahrgang 1986, 33 Jahre alt, katholischer Theologe, Autor, Journalist und pädagogischer Begleiter – beschreibt die Situation der ca. 20-35-Jährigen:

Meine Generation hat unzählige Möglichkeiten und Freiheiten in allen Lebensbereichen, kann sich aber kaum noch entscheiden: ‚Was soll ich eigentlich mit meinem Leben machen, wenigstens in den nächsten fünf oder zehn Jahren: beruflich – privat – partnerschaftlich?‘

Wechsel, Wandelbarkeit und Mobilität sind die neuen Ideale, nicht nur beruflich: ‚Welche Ausbildung bringt auch in zehn Jahren noch etwas? Kann man davon leben, eine Familie ernähren, wenn man eine gründet? Soll ich eine Familie gründen? Wie soll mein Lebensentwurf aussehen? Was soll ich mit meinem Leben machen? Stiftet dieser Job für mich Sinn? Erfüllt mich diese Beziehung?‘

Diese Generation hat solche Fragen nach einer Art „Berufung“, Sehnsüchte nach „MEHR“, einem MAGIS. Es fehlen jedoch Instrumente, diesen Sehnsüchten existenziell nachzugehen. Ökonomische Zwänge und Flexibilität dominieren, verdecken die Fragen nach dem MEHR. Die zunehmende Robotisierung und Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche führt dazu, dass Arbeit immer weniger Sinn stiftet. Wir werden zu immer weniger gezwungen, aber tappen dann in die Falle des ewigen Hinterfragens.

Zwischen Firmung und Kinderkriegen fällt die Kirche aus: Es gibt ältere Menschen und junge Familien mit Kindern. Wir gehören nicht dazu, fühlen uns nicht eingeladen. Zu Jugendkirchen und Studentengemeinden gehören wir auch nicht mehr: Ein kirchliches Vakuum zwischen 16 und 35, fast 20 Jahre – genau dann, wenn die großen Lebensthemen wie Berufswahl, Partnerschaft, Kinderwunsch dringlicher werden.

Kirche und Bildungseinrichtungen sollten diese Entwicklungen am Arbeitsmarkt, dem Internet und in der Psyche junger Leute dringend wahrnehmen und aufgreifen! 

Mit dem Modul „Die 30-Jährigen verstehen“ bieten wir Kirchengemeinden, sowie (nicht nur kirchennahen) Verbänden, Bildungseinrichtungen…  die Möglichkeit, diese Altersgruppe zu verstehen, Konzepte für die Bildung zu entwickeln, innovative Gottesdienstformen und andere Formate auszuprobieren.

 

BEITRÄGE ZU DIESEM MODUL:

Katholisch, Anfang 30, sucht: Kirche - Matthias Alexander Schmidt
Jugendkirche, Studentengemeinde - und dann? Die schwierige Suche nach einer Form von Kirche, die dieser Lebensphase entspricht: Am Beginn des Berufslebens, noch vor der Familiengründung.

1969 - mein Lebensgefühl mit 30: Eine Revolution stand nicht bevor - Eckhard Bieger SJ
Mit dem Modul wollen wir die Generationen verbinden, Austausch und Verständnis füreinander entwickeln, uns gegenseitig mit unseren Grundgefühlen verstehen und weiterentwickeln. Was war 1969 für einen damals 30-, heute 80-Jährigen dran?
"Dass ich wirklich zu der Generation gehöre, war nicht nur an meinem Bart zu erkennen und dass ich filterlose Zigaretten rauchte, sondern auch an einer nächtlichen Visite der Kripo in einem Selbstversorgerhaus im Odenwald, die uns für eine geflüchtet RAF-Gruppe hielt."

 

 

Die Textresistenz der Studierenden: Was Google und Facebook mit den Köpfen gemacht haben - Matthias Alexander Schmidt
Studierende haben sich längst daran gewöhnt, dass das „prüfungsrelevante“ Wissen irgendwie zu ihnen kommt, ähnlich der „News“ in den sozialen Netzwerken. Wir lesen morgens keine Zeitung mehr. Das würden die meisten von uns von der Konzentration her vermutlich auch gar nicht mehr schaffen. Die wichtigen Neuigkeiten kommen schon zu uns, wenn wir sie wirklich brauchen. Das Überfliegen unserer Timeline in Facebook genügt meistens schon. Doch das bleibt nicht folgenlos.


Smartphone, also bin ich - Matthias Alexander Schmidt
Im Smartphone-Zeitalter stellt sich die kartesische Frage neu: Was bliebe als gesicherte Erkenntnis, wenn ich alles anzweifle, was analog ist? Ist mein Körper so in Ordnung, wie er ist; sehe ich gut aus, mögen meine Freunde mich, in welcher Art von Beziehungen stehe ich? Das sind die großen Fragen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Was bleibt, wenn mein analoges Ich traurig, ärgerlich, verletzt, unzufrieden, tot ist? Die Antwort: sicher ist, dass es mich digital gibt. Das Smartphone ist längst mehr als eine verlängerte „res extensa“. Ich poste, also bin ich.

Generation Y - was ist die Grunderfahrung? - Josef Jung
Die Generation Y, also diejenigen, die in den 80ern und frühen 90ern zur Welt kamen, wurden in einer Zeit groß, in der religiöse Lebensvollzüge und ideologische Kämpfe bereits passé waren. Stattdessen geht es um Performanz. Was heißt das für das alltägliche Leben heute?


Kategorie: Module hinsehen.net

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