Als Sohn wohlhabender Eltern mit Namen Bernardone lässt er als junger Mann nichts anbrennen, er vergnügt sich, schlägt sich die Nächte um die Ohren, geht mit Geld verschwenderisch um, träumt vom Rittertum, bis er eines Tages alles auf den Kopf stellt. Franz von Assisi bricht mit allen gesellschaftlichen Normen und Regeln. Er kleidet sich in Lumpen, geht von Haus zu Haus, um für die Armen zu betteln. Zwischenzeitlich zieht er sich in die Einsamkeit von Höhlen zurück, um zu beten, asketisch zu leben, den eigenen Weg noch mehr mit Christus zu verbinden. Der größte Durchbruch seiner neuen Lebensweise ist der Protest gegen den reichen Vater. Dessen wertvolle Stoffe nimmt er mit, um sie zu verkaufen. Das eingenommene Geld schenkte er dem Priester von San Damiano, der es aber nicht entgegennimmt, weil er dem Geld nicht traut. Eine Provokation für seinen Vater, der ihn zwar sehr liebte, ihn aber auch wegen Diebstahls vor Gericht bringen wollte. Franziskus findet beim Bischof Verständnis für seine Situation, der ihn aber auch dazu bewegt, die Tuchballen zurückzugeben. Franziskus zieht sich nackt aus, faltet die Kleider, legt das Geld darauf und übergibt es seinem Vater mit den Worten: Ab jetzt heißt es bei mir Vater unser… nicht mehr Vater Pietro Bernardone. Das motiviert zum Weiterlesen, was aus diesem Sohn wird.
Diese hochspannend erzählte Geschichte, die sowohl die Lebensgeschichte des Heiligen erzählt wie auch die inneren Beweggründe, die Suche nach dem Leben, die Fragen nach Freiheit und Gerechtigkeit. Franziskus setzt sich kompromisslos für die Armen ein und fühlt sich eng mit der Natur verbunden.
Markus Hofer eröffnet aus seiner persönlichen Sicht einen Zugang zu dem Poverello, dem kleinen Armen. Damit ermöglicht er ein besonderes Leseerlebnis. Er verknüpft die Geschehnisse mit der einzigartigen Spiritualität, die auch den philosophischen wie pädagogischen Hintergrund erkennbar werden lässt. Ein Buch, das sich gut lesen lässt und spannend bis zum Schluss bleibt.
Markus Hofer; Franz von Assisi, ein radikales Leben neu erzählt
184 S. € 25.-
Innsbruck, Tyrolia Verlag 2026
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