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Zucchini- Hoffnungsträger fürs Überleben.

Was für ein tolles Gemüse. Nicht nur für die verschiedensten Gerichte verwendbar, sondern auch im Garten oder auf dem Balkon mit ihren großen goldgelben Blüten eine wahre Augenweide. Sie ist pflegeleicht, weil sie mit Ihren majestätisch ausladenden Blättern die Beete abdeckt, so dass sie das Wasser hält und kaum Jäten notwendig wird. Diese Kulturpflanze sichert unser Überleben.

Zucchini gibt es in gelb, grün, grüngestreift, rund und lang. Die Pflanze ist einhäusig, es befinden sich männliche und weibliche Geschlechtsorgane in getrennten Blüten an einer Pflanze. Das hat den Vorteil, dass schon früh erkennbar ist, aus welcher Blüte die nächste Frucht entsteht. Ob klein oder groß, die Zucchinifrucht ist in jedem Zustand genießbar. Die kleinen sind besonders zart und etwas schmackhafter als die großen. Da sie im Geschmack nicht aufdringlich sind, lassen sie sich zu den unterschiedlichsten Gerichten verarbeiten. Sie sind sowohl roh wie gekocht essbar. Selbst die leuchtend gelben großen Blüten, die aussehen wie Trompetentrichter schmecken, z.B. frittiert, hervorragend. Diese Kulturpflanze ist aus einer Kürbissorte gezüchtet worden.

Anbau und Pflege der Pflanze

Ich liebe diese Pflanze, weil sie wenig Arbeit macht und sowohl auf dem Balkon in Kübeln, als auch im Garten ein schönes Bild abgibt. Ich kann sie an jeder größeren freien Stelle im Garten pflanzen, so auch zwischen Blumenstauden. Die Kerne der Zucchini, die ich nicht selbst ziehe stecke ich im Frühjahr entweder direkt in die Erde oder wenn ich zu spät dran bin besorge ich mir Setzlinge im Gartenzentrum. In meinem Garten habe ich sechs Zucchinipflanzen die 4qm Beet einnehmen. Das ist eigentlich schon fast zu dicht, denn sie breiten sich im Laufe des Sommers noch aus. Zucchini lassen sich noch bis spät in den Juli hinein anpflanzen, wenn ich im Gartenzentrum noch Jungpflanzen erwische.
Sie ist bis auf Wasser ziemlich genügsam. Mein Boden wird nur jedes Jahr mit selbstgemachtem Kompost und Hornspänen angereichert. Das scheint dieser Pflanze zu genügen. Für die Pflanzung im Kübel ist eine Biogemüseerde sinnvoll. Der Ertrag kann je nach Pflanze sehr unterschiedlich sein, nicht wenige produzieren bis in den Herbst hinein neue Früchte. Allerdings ist sie ein „Schluckspecht“, denn ihre schön geformten großen Blätter benötigen viel Feuchtigkeit. Wenn auf den Blättern der Zucchini gegen Ende der Saison ein weißer Belag sichtbar wird, ist das meist Mehltau, der sich aber nicht auf die Früchte auswirkt.

Ein Alleskönner

Zucchini sind reich an Vitaminen und Mineralien, sie sind kalorienarm, leicht verdaulich und entwässern. Es ist ein Gemüse, das gut sättig und nach der Ernte im Gemüsefach des Kühlschrankes mindestens eine Woche haltbar ist. Die Zucchini kommt aus der Familie der Kürbisse und kann wie diese auch verarbeitet werden. Es gibt viele Möglichkeiten sie nicht nur als gekochtes Gemüse zu essen, sondern roh als Salat oder als kleine Zucchinipuffer, die verarbeitet werden wie Reibekuchen. Auch scheibchenweise verteilt auf einem Pizzaboden mit Knoblauch, Tomaten und Fetakäse ist sie ein vegetarischer Genuss. Das Zucchinigratin kann mit Tomaten und Kartoffeln verarbeitet werden. Zucchini können zu Marmelade gekocht oder fermentiert als kalte Gemüsebeilage genossen werden. Jetzt in der Sommersaison sind Zucchini auch auf dem Grill mit Schafskäse eine gute Alternative zu Fleisch. Wenn ich sie einfrieren muss, weil ich zu viele davon habe, dann mache ich aus den eingefrorenen Zucchinistücken eine Suppe. Für Suppen sind sie immer noch gut geeignet, allerdings nicht mehr für einen knackigen Gemüsetopf, weil sie zu viel Wasser enthalten und durch das Einfrieren lasch werden.

Wie würze ich Zucchini?

Wenn ich die Zucchini mediterran würzen will, dann brauche ich Basilikum, Oregano, Knoblauch. Einen besonderen Geschmack erziele ich mit Zitronenthymian, Salz und Pfeffer, etwas abgeriebene Zitronenschale von Biozitronen. Die französischen Kräuter der Provence gehen auch. Sie benutze ich gerne für das Zucchini-Gratin. Eine schmackhafte Variante, die ins indische oder thailändische geht, kann ich mit Kurkuma, Curry, Cumin, scharfem Paprika und Knoblauch herstellen. Der Fantasie sind den Köchen und Köchinnen keine Grenzen gesetzt, weil die Zucchini selbst wenig Eigengeschmack besitzt. Es genügen auch, wenn die Kräuter nicht zur Hand sind, Salz und Pfeffer.

Achtung

Zucchini können auch giftig sein. Deshalb bietet es sich an, jede Zucchini bei der Zubereitung kurz zu probieren. Ist sie bitter, dann darf sie nicht weiterverarbeitet werden, weil das Gift in ihr zu schweren Störungen im Darm führt. Der bittere Geschmack der Zucchini entsteht durch Kreuzungen. Ich hatte allerdings in den letzten 10 Jahren, seit ich Zucchini anbaue, noch keine bittere Frucht dabei. Es scheint eher seltener vorzukommen. Weil es aber vorkommen kann, sollte man den Samen der eigenen Früchte nicht für die Aussaat im nächsten Jahr benutzen.

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Ein schnelles Zucchinirezept: Zucchini auf Spaghetti

Zutaten: 1 Zwiebel, 3 Knoblauchzehen, zwei dünne Scheiben von einer Biozitrone, 1  mittelgroße Zucchini, 2 Tomaten. Die Zutaten klein schneiden und in etwas Olivenöl in der Pfanne anbraten. Etwas Brühe hinzufügen und 7-10 Minuten lang auf kleiner Flamme mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Für die Spaghetti Wasser in einem Topf aufsetzen. Wenn das Wasser kocht einen Spritzer Öl und etwas Salz sowie die Spaghetti in den Topf geben.
In der Zwischenzeit kann ich jetzt das Gemüse würzen. Die mediterranen Kräuter, die ich dafür verwende habe ich alle aus meinem Garten, aber ich kann sie auch fertig gemischt kaufen.Sind die Spaghetti fertig, abschütten und in die Pfanne zu den Zucchini geben oder Nudeln in den Teller und die Zucchini oben drauf. Ich habe noch 4 kleine Hackfleischbällchen aus meiner Kühltruhe aufgetaut. Wer Kapuzinerkresse im Garten hat, kann das ganze auch noch mit zwei drei Blüten dekorieren.

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Eine alte Pflanze

Die Zucchinipflanze kommt aus Amerika, wo sie als wilder Kürbis schon gezüchtet wurde. In Europa ist dann die heutige Zucchini zur Kulturpflanze geworden. Tausende von Jahren hat sie unter ganz unterschiedlichen Bedingungen überlebt, damit sie uns auch heute noch ernähren kann. Wie wohltuend zu wissen, wie sich die Natur über die Zeit rettet. Für mich ist sie ein Hoffnungsträger fürs Überleben.


Kategorie: Entdecken

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