Ausschnitt Verlagscover

„The Innovators“ - eine Rezension

Es geht um die Entstehung und Entwicklung der digitalen Welt, die immer mehr unsere Welt prägt, um Menschen, die kreativ, ungewöhnlich, neugierig und mit großer Freude und Lust diesen Fortschritt betrieben. Walter Isaacson, The Innovators, New York 2014, deutsch 2018

Ada Lovelace war u.a. eine der ersten innovativen Frauen. Sie war ausgestattet mit den Talenten, um Naturwissenschaften und Geisteswissenschaft in Verbindung zu bringen. Offensichtlich eine Bedingung für Neuentwicklungen, die Nachhaltigkeit garantieren und eine Erfindung für die Menschen brauchbar macht. Ada Lovelance entwickelte mit viel Weitsicht aus dem Lochkartensystem, das für Webstühle bereits im Einsatz war, eine analytische Maschine, die programmierbar war und damit verschiedene Aufgaben erfüllen konnte. Vieles ließ sich nun einfacher berechnen und ausführen. Das waren Anfänge, die 100 Jahre später immer noch Grundlagen für viele Entwicklungen des Computers darstellten. Es folgten nach und nach immer wieder neue Personen, die den technischen Fortschritt betrieben, die untereinander kooperierten und sich kreativ befruchteten.

Nicht ohne neue Formen der Kooperation

Aber nicht nur die technischen Innovationen wie Mikrochips, Transistoren, Computer später auch die Entwicklung von Computerspielen und weiterer Software sowie die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung sind für den Leser von Interesse, sondern es wurde auch ein neuer Führungsstils geboren.
Einige verzichteten ganz auf Führung und setzten auf das Zusammenspiel der Mitarbeiter. Keine Privilegien für die Führungskräfte.
Im Silicon Valley gab es so gut wie keine hierarchischen Strukturen. Sie sollten die Kreativität der Erfinder, Bastler und Visionäre nicht einschränken. Autoritäten waren verpönt, Nonkonformismus ein Plus. Kreativität war das Wichtigste. Da diese nicht zu verordnen ist gab es auch keine festen Arbeitszeiten, keine Kleiderordnung weder für das Büro noch für den Whirlpool.
Was für das Gelingen von nachhaltigen Innovationen erkannt wurde, waren die Begabungen, technisches Geschick mit einer weitreichenden visionären Voraussicht und einem guten Geschäftssinn verknüpfen zu können. Selten war das in einer Person gebündelt, deshalb versuchte man, sich in den Arbeitsteams diese Kompetenzen einzufangen. Teamplayer sind gefragt, wenn es um Innovationen geht. Diejenigen, die den Alleingang starteten, landeten meist in einer Sackgasse.

Kooperationen auch zwischen Unternehmen und Institutionen

Auch in der weiteren Entwicklung des Internets gab es verschiedene Kooperationen. Private Unternehmen, Universitäten und das Militär nutzen das gegenseitige Zusammenspiel. Vannebar Bush, wissenschaftlicher Koordinator der US-Regierung im Zweiten Weltkrieg, war für diese Kooperation besonders geeignet. Er war ein beliebter Chef, hatte feste Prinzipien und war offen für Veränderung. Er war der Auffassung, dass Grundlagenforschung wissenschaftliches Kapital bereithält, aus dem die praktischen Umsetzungen erfolgen. Länder, die in dieser Grundlagenforschung auf andere Länder angewiesen sind, so Bush, werden träge und verlieren ihre Wettbewerbsfähigkeit. 

Mensch – Maschine, die Beziehung weiter entwickeln

Heute stehen wir vor der Herausforderung, mehr denn je in die Entwicklung für das Zusammenspiel von Mensch und Computer zu investieren.  Im Moment ist nicht abzusehen, dass der Computer die emotionalen, musischen und ästhetischen Kompetenzen des Menschen ersetzen kann. Was bereits Ada Lovelace erkannte, dass eine Maschine nicht denken kann, führt Steve Jobs 2011 weiter, dass nämlich die Partnerschaft zwischen Technologie und Künsten gepaart mit den Geisteswissenschaften Ergebnisse hervorbringen kann, die unser Herz höher schlagen lässt. Um sich auf dieses neue Zusammenspiel einzulassen, sollte man Isaacsons Innovators studieren, nicht nur um die technische Entwicklung, sondern auch um die neuen Formen der Kooperation von begabten Menschen wie von Unternehmen und Institutionen zu verstehen, die erst das Neue hervorgebracht haben. Die Kurzbiographien der Visionäre sind lebendig geschrieben, die technischen Ergebnisse werden als organischer Entwicklungsprozess dargestellt und halten das Buch lebendig. Eine interessante Abhandlung vor allem für diejenigen, die in diese digitale Welt hineinwachsen oder bereits sich beheimatet haben. Die Begegnung mit den Lebensgeschichten der kreativen Erfinder macht Mut, auf die persönlichen Talente zu setzen und die eigenen Visionen zu verfolgen.

Walter Isaacson, The Innovators der digitalen Revolution - von Ada Lovelance bis Steve Jobs, München 2018, 638 S

 

 



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