Gockenspiel Forcalquier, Provence Foto: hinsehen.net E.B.

Mein Seelenhaus

„Eine gute Seele“ den Spruch kennen wir, aber was bedeutet er denn? Die „Seele“ lässt sich nicht anfassen. Bei einem „klugen Kopf“ wissen wir sofort, wo sich dieser befindet, wie das Gehirn aussieht. Auch einen „sportlichen Typ“ kann ich anschauen und anfassen. Aber was ist mit der Seele? Wir können sie spüren, aber nicht sehen.

Viele Bewohner in der Seele

In meiner Seele wohnt mein Gewissen, meine Liebe, mein Hass, mein Vertrauen, mein Misstrauen, mein Mut, meine Angst, mein Trost, meine schlechte Laune, mein Stolz meine Demut, mein Friede, meine Aggression, mein Geiz, meine Großzügigkeit, meine Sehnsucht und noch Vieles mehr.
Dort versammelt sich das, was von mir spürbar und in meinem Ausdruck auch sichtbar wird. Es lässt sich nicht anfassen, geschweige denn festhalten.
Es sind die vielen inneren Bewegungen, die einen ganz eigenen Raum in mir in Anspruch nehmen. Sie machen mich lebendig oder lähmen mich, geben mir eine ganz eigene Ausstrahlung, signalisieren nach außen einen bestimmten Geist, der in mir steckt. Es sind meine guten wie meine schwierigen Seiten, die meine Seelenlandschaft prägen. Sie nehmen Einfluss auf mein Verhalten, mein Verhältnis zu Menschen und zu Dingen.

In meinem Seelenhaus ist viel Bewegung

Die Seele ist ein eher unbeschreibliches „Etwas“. Oft spüren wir nur irgendwelche  Bewegungen in unserem Innern. Wir werden unruhig, ängstlich oder freuen uns. Nicht immer registrieren wir bewusst diese Bewegungen. Ich muss schon die Türe zu dem jeweiligen Zimmer in meinem Seelenhaus aufmachen, um mich darin auszukennen. Manchmal habe ich den Schlüssel für die Türe verlegt oder mir ist es zu lästig. Da lenke ich mich auch schon mal einfach mit anderen Dingen ab.
Wenn ich aber die Türe zu meinem inneren Raum, in dem sich gerade diese Unruhe zeigt, nicht aufmache, lenkt sie mich über Tage und auch Wochen ab. Sie hindert mich sogar, meiner normalen Arbeit nachzugehen. Sie legt sich über mein ganzes Tun. Ich bin immer wieder absorbiert. Manchmal versuche ich mit meinem Verstand, diese Unruhe abzuwehren, sie klein zu reden. Ich will mich nicht mit ihr auseinandersetzen, weil ich befürchte, dass sie noch größer wird, wenn ich sie anschaue.
Aber ich bemerke auch, dass mir das nicht hilft. Im Gegenteil. Dadurch, dass ich sie nicht anschaue nehme ich sie nicht ernst. Das hält meine Unruhe nicht aus, denn sie will von mir wahrgenommen werden. Sie hat eine Bedeutung. Sie will mir etwas sagen. Erst wenn ich mich der inneren Bewegung stelle, wenn ich mich vor diesem Zimmer nicht fürchte, stattdessen mich traue einzutreten, kann sie sich beruhigen. Sie spürt, wenn ich mich ihr zuwende.
Ich kann die verschiedenen Zimmer in meiner Seele nur kennenlernen, wenn ich mich traue hineinzugehen. Dort finden die großen Bewegungen statt. Die Liebe, das Vertrauen, die Aggression, die Sehnsucht...., alle die lebensbestimmenden Bewegungen, die ich nur wahrnehmen, aber nicht anfassen kann. Ich spüre sie, weil sie mich bewegen. 

Meine Seele kommuniziert

Meine Seele ist ständig aktiv, ob ich mich ihr zuwende oder nicht. Jedes Geschehen von außen, das auf mich zukommt, erreicht auch meine Seele, hinterlässt Spuren. Mein Inneres ist es, das mich auf den Weg meiner Persönlichkeit führt, das mich weiterbringt, wenn ich darauf achtsam bin. Meine Seele ist nämlich wie bei allen anderen Menschen auf Entwicklung angelegt. Sie ist verantwortlich für meine Selbstwerdung, die sich in meiner persönlichen Ausstrahlung zeigt.

Das Zimmer für das Transzendente

In meiner Seele gibt es auch ein Zimmer für meinen Zugang zum Unerklärlichen, Unfassbaren, Unbeschreibbaren. In ihm kann ich spüren, was mir in der Natur als Wunder entgegenkommt, welcher Geist mich gerade leitet oder mich bewegt. In diesem Raum finde ich Kraft und Mut für den Alltag.

 


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