Trump, so scheint es, hat es allen ordentlich gezeigt, wer hier auf dieser Welt das Sagen hat. Sogar als Friedensstifter hat er einiges vorzuweisen. Für den GAZA Streifen gibt es einen Deal, in die Verhandlungen über ein Ende des Ukrainekrieges scheint Bewegung zu kommen und eben erst wurde der Machthaber in Venezuela, Niklas Maduro gefangen genommen. Aber wassind die Kosten für die Bürger
Die US Zölle wirken, wie im Lehrbuch beschrieben
Bereits in den ersten Semestern lernt jeder Student der Wirtschaftswissenschaften, welche Auswirkungen Zölle auf das Warenangebot haben. Sie wirken wie Steuern, indem sie verschieben die Angebotskurve nach “oben“ schieben, , das heißt für jede angebotene Ware wird ein höherer Preis fällig. Das Angebot und die Nachfrage nach Waren werden sich in einem neuen Gleichgewicht zu einem höheren Preis und weniger Verkauf ausgleichen. Das nennt man in den Wirtschaftswissenschaften einen Wohlfahrtsverlust. De Konsumenten müssen für weniger Waren mehr bezahlen. Diese Entwicklung zeigt sich in der Inflationsrate, die in den USA, die hartnäckig zwischen 2,7 und 3 Prozent pendelt. Konsumenten mit unterschiedlichen Einkommen werden unterschiedlich von der Inflation getroffen. Nachdem es bei einigen Wahlen wie etwa in New York Niederlagen für Trumps Partei gab und damit für seine MAGA-Bewegung, wurden Zölle auf Orangensaft und Kaffee wieder herabgesetzt. Die Entwicklung der Inflation dürfte in den USA aber noch lange nicht abgeschlossen sein. Alte Verträge laufen aus und müssen neu verhandelt werden. Zöllen treffen neben Konsumwaren eben auch Vorprodukte, die in Geräten verbaut werden oder als Ausgangsstoffe für andere Produkte nötig sind. Das wird mittelfristig deren Preise weiter in die Höhe treiben.
Die Zölle wirken auf die Investitionsbereitschaft der Exportländer zurück
Die Produzenten aus Europa und anderen Teilen der Welt haben Maschinen angeschafft, als die Zölle noch niedrig waren. Jetzt können sie die Preise nicht so erhöhen, dass die Zölle damit bezahlt werden können. Daher haben sie nicht mehr so hohe Erlöse und neue Maschinen lohnen sich möglicherweise nicht mehr. Die inländischen Hersteller in den USA, die von den durch die Zöller verteuerten Waren einen Vorteil haben sollten, werden langfristig nicht wirklich glücklich werden. Zum einen müssen sie für Vorprodukte und manche Rohstoffe mehr bezahlen, weil auch für diese die Zölle aufgeschlagen werden. Zum anderen haben in der Wettbewerbssituation auf dem Weltmarkt nur Firmen Zukunft, die gefragte Nischenprodukte herstellen oder aber ihre Produktion ausweiten können, ohne im gleichen Ausmaß mehr Kosten zu haben. Das nennt man Skalenerträge, eine Verdopplung der Produktion führt Beispielweise nicht zu einer Verdopplung der Kosten. Diesen Effekt können in aller Regel nur sehr große Firmen voll ausnutzen, die den gesamten Weltmarkt bespielen. Das wird für Firmen in der USA immer schwieriger.
Die Wirkung der US Zölle auf den Welthandel führen für alle Beteiligten zu Einbußen
Die US Zölle bewirken zunehmend Unsicherheit in der Weltwirtschaft. Wegen der erratischen und unberechenbaren Herangehensweise von Trump und seinem Team kommt es zu Turbulenzen, die zu Unsicherheit über die weitere Entwicklung führen und damit Kalkulationen von Unternehmen wie auch Maßnahmen der Wirtschaftspolitik z.B. der Europäischen Union enorm erschweren. Die EU ist zudem einer massiven Konkurrenz durch China ausgesetzt. Denn China leitet Waren, die eigentlich für den US Markt produziert wurden, in die Europäischen Union um, weil dort wegen geringerer Zölle für die chinesischen Produkte höhere Preise erziel werden können als in den USA. Damit werden die Länder der EU der Konkurrenz künstlich verbilligter und wohl subventionierter chinesischer Waren ausgesetzt.
Die Zollsätze, die ein Land verhängt, sagen etwas über die Macht des Landes aus
Warum erhöht die EU eigentlich nicht auch ihre Zölle gegenüber den USA? Der Grund ist in der militärischen Abhängigkeit Europas von den Vereinigten Staaten zu suchen. Normalerweise hätte die EU ein besseres Ergebnis in den Verhandlungen über Zölle erzielen müssen, weil auch sie einen großen Wirtschaftsraum bildet und zudem zahlreiche Arbeitsplätze in den USA eingerichtet hat. Deutschland etwa hat viele Produktionsstätten mit gutbezahlten Industriejobs in den USA aufgebaut, während viele der Arbeitsplätze, die von US Firmen in Europa angeboten werden, eher im niedrig bezahlten Dienstleistungsbereich, z.B. bei Amazon und Mac Donalds, zu finden sind. Auch die Leistungsbilanz zwischen EU und den USA, die neben Waren auch Dienstleistungen umfasst, ist nahezu ausgeglichen. Jedoch solange Europa nicht aus eigener Kraft eine glaubwürdige Verteidigung organisieren kann, muss im wirtschaftlichen Bereich so manche Kröte geschluckt werden.
Zölle bewirken nur kurzzeitig Vorteile
Leider setzen die USA unter Trump sehr auf kurzfristige Effekte anstatt längerfristige Entwicklungen zu verfolgen. Es wäre durchaus eine Option, wie von der EU und auch dem ehemaligen Trumpberater Musk vorgeschlagen, eine Nordatlantische Freihandelszone mit EU und EFTA (Kanada, USA, Mexiko) zu bilden. Das wären über eine Milliarde Menschen und die weltweit mit Abstand größte Wirtschafts- und Wissenschafts- und auch Militärmacht.
Stattdessen wird wieder die Monroedoktrin ausgegraben und von Imperien geredet. Die militärischen Eingriffe zeihen erhebliche Beherrschungskosten nach sich. Wenn die USA wirklich Grönland besetzen sollten, wird es schwierig zu erklären, warum sich andere Länder an Abkommen und Verträge halten sollten, wenn sie nicht mit Waffengewalt dazu gezwungen werden können. Das sind keine guten Aussichten für die Wirtschaft, die auf Rechtssicherheit anwiesen ist. Ein schlechter Deal für die Welt, auf mittlere Sicht auch für die USA.
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