Therapien entwickeln, unseren Körper optimieren. Wir haben jetzt dem Strom so viel Wir sind es, die aus Materie eine immer leistungsfähigere Technik konstruieren, jedes Jahr neue Mathematik beigebracht, dass er rechnend denken kann.
Auf der Ebene der fließenden Elektrizität gibt es sogar eine Parallele. In Maschinen fließt Strom durch Metall, im Hirn durch die Nervenbahnen als Flüssigkeit. Kalium-Ionen bewegen sich durch die Nervenbahnen und geben den Impuls an den nächsten Nerv weiter.
Auch die Baupläne von Chip und Gehirn ähneln sich, weil die Entwickler viel von der Hirnforschung übernehmen können. So ordnet ChatGPT die Worte nicht alphabetisch wie ein Lexikon und auch nicht verwandte Worte so wie ein Synonymlexikon, sondern wie das Bezeichnete zusammengehört, Tischtuch, Teller, Gable, Messer, Schüssel.
Künstliche Intelligenz besteht nicht aus Atomen
Unser Gehirn kann Zusammenhänge denken, die nicht aus Atomen bestehen, z.B. rechnen oder eine Symphonie komponieren. Die Bedeutung des gerade geschriebenen Satzes ist nicht im Bildschirm und auch nicht in den Buchstaben. Seine Bedeutung bildet sich erst im Verstehen. Das machen wir mit den Atomen unserer Neuronen. Die Intelligenz von ChatGPT ist auch nicht in den Atomen zu suchen, sondern wird nach dem Programm von Atomen durch Rechnen erzeugt. Während wir unsere Sätze in bestimmten Hirnregionen bilden, rechnet der Chip mit den winzigen Transistoren. Wir haben etwa 85 Milliarden Neuronen, die in unserem Gehirn untereinander vernetzt sind. Auf einem Chip sind es inzwischen 200 Milliarden Transistoren.
Künstliche Intelligenz besteht auch nicht aus den Elektronen des fließenden Stromes. Programme steuern in beiden Systemen die elektrischen Ströme. Diese sind als Mathematik nicht an Materie gebunden, denn Rechnen folgt nicht den physikalischen Gesetzen, sondern denen der Logik. Mathematische Formeln werden nicht aus den physikalischen Vorgängen herausgelesen, sondern entstehen in den Köpfen von Menschen. Erstaunlicherweise beschreiben einige von diesen mathematischen Gleichungen physikalische Abläufe. Mathematik ist sozusagen die Sprache der Materie. Diese Sprache ist aber schon da, ehe man sie zur Beschreibung der Naturgesetze anwendet. Indem KI rechnet, bedient sie sich der Mathematik als einer Unterabteilung der Logik. Da die Logik in jedwedem Universum gilt, kann sie nicht aus Atomen bestehen und auch nicht Raum und Zeit unterliegen.
Chips funktionieren offensichtlich nicht so anders als unser Gehirn. Es rechnet und kann auch mit Sprache Sätze bauen sowie Schlussfolgerungen formulieren. Diese sind alle nicht aus Materie.
Was mache ich mit diesen Zusammenhängen?
Es gibt neben den Denk- und Rechenvorgängen in meinem Hirn noch das Ich in mir. Es macht sich Gedanken, was aus seiner Intelligenz wird, die es in Ausbildung und Studium trainiert hat, so dass es auch schwierige Aufgaben lösen kann. Werde ich noch gebraucht, wenn die KI das schneller erledigt? Sogar das Programmieren von Software kann sie inzwischen sehr viel schneller als Informatiker. Ich bin langsamer, weil in einem Hirn der Strom nicht durch einen Draht, sondern als Kalium-Ionen durch die Nervenbahnen fließt. Neben der Hirntätigkeit ist bei mir noch etwas Zweites immer dabei, das Bewusstsein. Das braucht auch Zeit. Während ich diesen Text schreibe, hat mein Ich immer ein Auge darauf, was ich tue. Diesen Aufwand muss ein Computer nicht betreiben.
Irgendwie fühle ich mich in eine Ecke gedrängt. Ich kann zuschauen, wie KI viele Aufgaben übernimmt und wie eine Welt entsteht, die ganz nach den Regeln der Mathematik abläuft. Der Gott dieser Welt wäre dann einer, der am besten rechnen kann, sodass er trotz Kriegen und Umweltzerstörung noch eine positive Bilanz präsentieren kann.
Oder gibt es noch eine andere Möglichkeit, mich in der von Computern gesteuerten Welt zu verorten? Ich suche weiter nach einer Antwort und lese dazu, was mich erreicht.
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