Hoffnung für den Islam?

Wie kann der Islam eine Zukunft in westlichen Gesellschaften haben: Indem er den Koran besser versteht. Er darf den Koran nicht mit der Gesellschaft seiner Entstehungszeit gleichsetzen. Vielmehr muss er, so wie die arabische Stammesgesellschaft vor 1400 Jahren, durch den Koran geformt wurde, sich heute auf die postmoderne Zivilisation einlassen. Dafür wäre der Islam intellektuell…

Teilen, eine Dimension der Gerechtigkeit

Ellbogengesellschaft, Leistung muss sich lohnen, Sozialromantiker, verkaufsoffene Sonntage und viele andere Schlagwörter ließen sich anführen, die deutlich machen, dass es in unserer Gesellschaft vor allem um ökonomische Ziele geht und der Gedanke des Teilens eher den Naiven oder sogar Verlierern zugeordnet wird. Eine grundlegende Frage ist jedoch, ob das Teilen nicht eine positive Setzung ist,…

Korrektur auf dem Gepäckträger

Zen und die Kunst des Bogenschießens fahrradfahrenderweise am Beispiel einer Begegnung zwischen Henry Miller und Thomas Bernhard Thomas Holtbernd Ein Maitag lockte mich, der gerade den Schlauch seines Fahrrads geflickt hatte, in die Natur, oder einfach nur hinaus in eine Bewegung. „Da ich nun einmal nicht imstande war, die Menschen vernünftiger zu machen, war ich…

Muss man jetzt Atheist sein? – Die Thesen von Michel Onfray

Der populäre französische Philosoph Michel Onfray ist seit Jahren mit einem areligiösen Alternativprogramm unterwegs. In Caen gründete er eine Art „Universität für alle“, die „Université Populaire“, in der eine eine säkulare Philosophie als neue Gegentheologie verkündet. Er sieht den Atheismus als große Befreiung und Menschwerdung an. Sind seine Thesen überzeugend?

Dürrezeiten überleben – tiefer verwurzeln

Eine ungewöhnliche Hitze hat uns der Juni beschert. Schwül, warm und sehr anstrengend für den Kreislauf. Für meinen Garten purer Stress. Wenn ich die Pflanzen in meinem Garten anschaue, dann müsste ich ständig gießen. Doch nicht alle sind gleichermaßen anfällig für die Trockenheit. Da gibt es die empfindlichen Hortensien, die in der Sonne braune Brandflecken…

Gebet ist nicht Arbeit

Die Arbeit nimmt dem Gebet die Zeit. Gebetszeiten wie in den Abteien könnten von der Arbeit entlasten. Aber die Arbeitszeit dehnt sich auf Kosten der Gebetszeiten aus. Die Benediktiner haben den Ausgleich mit „Ora et Labora“, also Beten und Arbeiten, in ihrem Tagesablauf verankert. Das ist kein Privileg. Die Arbeit profitiert davon.

Das Meer sammelt die Zeit

Das Meer ist voller Zeit. Alles Wasser kommt ins Meer zurück und mit ihm alles, was die Flüsse unterwegs aufgenommen haben. In den Tiefen des Wassers wird es aufbewahrt. So sammelt das Meer Vorräte an Zeit. Seine Wellen spülen Zeithappen ans Land. So wie unser Atem uns in kleinen Abschnitten leben lässt. Es ist nicht…