Dss Böse frißt sich selbst, Laon-Kathedrale, Foto: hinsehen.net E.B.

Wie regiert Gott die Welt?

Mächtiger als die Mächtigen müsste er im Letzten den Lauf der Welt steuern. Aber wenn er das mit Gewalt täte, wäre er wie einer der Kriegsherren. Regiert er dann überhaupt?

Wenn er wirklich der ist, von dem alles und alle abhängen, dann muss letztlich das passieren, was er will. Er kann es nicht mit Gewalt, denn sonst wäre die Predigt Jesu ein frommer Wunsch, dass es auch gewaltlos möglich wäre. Es ist allerdings nicht so hoffnungslos, wie es scheint. Gott Geist weckt in vielen Herzen Gedanken des Friedens. Das zeigt sich an den vielen Initiativen, die Rivalitäten, das Machtstreben, die Rachegefühle in Bahnen zu lenken, die nicht in Gewalt münden. Es gibt Staatenbünde, zu dem Länder, ohne dass sie militärisch dazu gezwungen werden mussten, hinzutreten. Aber auch in der der Schweiz wie in den USA gab es Kriege zwischen den Staaten bzw. Kantonen. Das ruht auf der Tatsache, dass die Gattung Mensch nur mit Frieden überlebt. Denn jeder Krieg beraubt auch das Land der Angreifer seiner jungen Generation. Ein Atomschlag würde die radioaktiven Stoffe auch auf den Angreifer herabregnen lassen. Was ist aber mit denen, die keine Gedanken des Friedens hegen, die sogar über Krieg oder Waffenstillstand entscheiden. Diese muss der Herr der Herren in die Schranken weisen. Das tut er, ohne direkt eingreifen zu müssen.  

Die Weltläufe wenden sich gegen die Kriegsherren

Wer einen Krieg anzettelt, verändert die Kräfteverhältnisse. Es kämpfen nicht bloß Soldaten, Piloten, Matrosen gegeneinander, sondern Volkswirtschaften und ihre Rüstungsindustrie. Noch entscheidender sind die Koalitionen, die sich neu bilden. Das lässt sich an vielen Punkten beobachten:

  • die Ukraine erhält finanzielle und politische Unterstützung.  EU-Staaten kaufen für das Land sogar Waffen, die die USA dem Land in den ersten Kriegsjahren kostenfrei überlassen hatten. 
  • Die Ukraine hat eine Rüstungsindustrie aufgebaut, die die Position der EU-Länder stärkt, deren Einfluss auf Osteuropa zurückgedrängt werden soll.  
  • Russland hatte nicht mit einem so langen Widerstand gegen seine “militärische Spezialoperation” gerechnet. Damit verändert seine Position grundlegend
  • Die Drohnen haben die Kriegsführung verändert
  • Russland begibt sich in eine immer größere Abhängigkeit von China. Dessen technologische Vorsprung wird immer größer, weil Russland sein Geld in den Krieg und nicht in die Industrie steckt, die seine Rohstoffe in Industrieprodukte steckt. Deshalb muss es
  • Russland muss immer mehr seiner Rohstoffe verkaufen, um Industriegüter importieren zu können.
  • Der Großteil der westlichen Firmen hat sich zurückgezogen. Diese haben viel Geld in Fabriken und damit Arbeitsplätze investiert. Da Russland nur noch Geld für die Rüstungsindustrie hat, entstehen kaum noch Arbeitsplätze in anderen Industriezweigen.
  • Die Russen kaufen bereits die besseren chinesischen Autos und immer weniger einen Lada.
  • Russland muss China Schürfrechte in Sibirien einräumen, um die Importe aus China bezahlen zu können. .
  • Je länger der Krieg dauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass der Staat zerfällt und China die Chance nutzt, die Rohstoffe Sibiriens in seine wirtschaftlichen Kreisläufe zu integrieren, ohne Militäreinsatz Russland zu enteignen.

 

Trump unterliegt den gleichen Dynamiken. Durch seine Maßnahmen entwickeln sich Gegenkräfte. Ulrich Lehmann hat die Konsequenzen der aufgezeigt, die aus der Politik mit Zöllen folgenden. Die Folgen sind Inflation und Wohlstandseinbußen. Seine Analyse kann noch durch weitere Reaktionen auf politischer Ebene ergänzt werden.

  • Die US-Wirtschaft wird nicht nur durch die Abschottung geschwächt, sondern auch durch die Zweifel ayn der Vertragstreue. Viele, für die USA vorteilhafte Kooperationen werden nicht fortgeführt.
  • Immer mehr Staaten ziehen sich aus dem Dollar zurück, der bisher als verlässliches Zahlungsmittel dem Warenaustausch der meisten Länder zugrunde lag. Die Mercorsur-Länder, China, Indien und weitere Staaten haben vereinbart, den Warenaustausch mit ihren Währungen gegenseitig abzuwickeln. Ihr Wirtschaftsvolumen ist größer als das der G8-Länder. Wenn der Dollar weiter seine Funktion als weltweite Referenzwährung verliert, können sich die USA nicht mehr mit niedrigen Zinsätzen Geld leihen. Da ihre Leistungsbilanz negativ ist und ihre Staatsschulden immense 36-Billionen Dollar betragen, vergrößert Trump direkt die massiven Probleme des Landes. 
  • Die Einnahmen aus den erhöhten von ca. 200 Milliarden Dollar werden nicht in Bildung, Infrastruktur und ein kostengünstigeres Gesundheitssystem investiert, sondern in Rüstung. Die USA haben bereits den bei weitem höchsten Militäretat.
  • Die Militäroperation in Venezuela berührt massiv Interessen Chinas. Denn es hat nicht nur das Regime finanziell unterstützt, sondern dafür auch langfristige Lieferverträge als Gegenleistung erhalten.
  • ob die USA Grönland annektiert oder nicht, beides wird zu einer Niederlage Trumps.

Die aufgelisteten Dynamiken bestätigen die Feststellung, dass man nicht voraussagen kann, wie ein Krieg ausgehen wird. Selbst wenn man ihn gewinnt, wie die USA im Irak, gibt es keine Garantie, dass man auch sein Kriegsziel erreicht. Trump lässt mit seinen Expansionsplänen diese Erfahrungen außer Acht.

Nimmt man den Theodizee-Vorwurf auf, Gott müsse sein Nicht-Eingreifen rechtfertigen, dann ist dieser Vorwurf dadurch entkräftet, dass die Welt bereits so angelegt ist, dass das Gute überlebt. Denn das Böse braucht etwas, das es zerstören kann und zerstört damit viel Gutes im eigenen Land, vor allem seine Jugend. 

Zur Rechtfertigung Gottes kann das in der Evolution liegende Versprechen einer Höherentwicklung angeführt werden. Wir sind daraus entstanden und meinen, die höchstmögliche Stufe der Evolution erreicht zu haben. Bis in die Gegenwart zeigt der Mensch jedoch, dass er nicht der Homo sapiens, die mit Weisheit ausgestattete Affengattung ist. Denn sonst hätte er die im 20. Jahrhundert gemachten Erfahrungen für das 21. fruchtbar gemacht. Die Evolution verspricht, dass der Homo sapiens noch kommen wird.

Die Vorstellung, dass Gott der Herr der Herrscher ist, hat das kleine jüdische Volk entwickelt. Als es. V. Chr. In die babylonische Gefangenschaft verschleppt wurde, verehrten die Babylonier eine eigene Gottheit, die vor allem für den militärischen Erfolg zuständig war. Die Juden hatten die Eroberung Jerusalems durch die Babylonier erlitten. Deren König Nebukadnezar ließ, um den jüdischen König zu demütigen, vor dessen Augen seine beiden Söhne enthaupten. Trotz der Überlegenheit des Gottes der Sieger hielten die Juden an der Verehrung Jahwes fest und erkannten, dass er genauso wie über Israel auch über Babylon herrscht. Allerding haben die Juden Jesus nicht als ihren Messias erkannt und damit nicht, dass Frieden nicht mit Waffen entsteht.

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Kategorie: Analysiert

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