Die Bibel erklärt die tiefere Ursache der Kriege bereits im 4. Kapitel. Kain tötet seinen Bruder, weil dieser bei Gott mehr Ansehen genießt.
Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig auf Abel und sein Opfer,1Mo 4,5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.
Rivalität als tieferliegendes Motiv
Der Andere ist erfolgreicher, wird mehr geliebt. Die Anderen wollen mit ihm zusammen sein, Kain laden sie dagegen nicht zu ihren Geburtstagen ein. Wir beobachten Ähnliches zwischen den Präsidenten von der Ukraine und Russland. Der Eine ist der Gute, er kann auf wichtigen Konferenzen reden. Der Andere wird gar nicht eingeladen. Es ist nicht das einzige Motiv für den Krieg, es speist jedoch die Gefühle. Weil der Westen technisch und auch kulturell Russland meist voraus war, Russland aber nicht Teil der EU werden kann, wenn es Großmacht sein will, kann es dem Vergleich mit dem Westen nicht aus dem Weg gehen. Der Westen scheint mehr Glück abbekommen zu haben.
Was uns im Fernsehen gezeigt wird, können wir im Kleinen beobachten. Die Erzählung von Kain und Abel passiert jeden Tag neu. Im Nahen Osten geht es nicht nur darum, dass Kain Abel unterwerfen will, um durch den Bruder noch mächtiger zu werden. Der Staat Israel soll vernichtet werden. In Persien müssen bereits die Kinder in der Grundschule beim Morgenappell aufsagen: „Israel muss vernichtet werden.“ Zwei Motive können wir erkennen. Es gibt sicher noch weitere. Israel ist mit Wissenschaft und Militär höher entwickelt. Zudem ist es mit allen Schwächen eine Demokratie geblieben. Viele junge Menschen im Nahen Osten wollen in einer Demokratie leben. Es gibt auch noch ein religiöses Motiv. Der Koran ist weitgehend eine Interpretation des Alten Testaments, also der jüdischen Bibel. Allah ist der Schöpfer der Welt, er will, dass seine Gebote befolgt werden und hat ein himmlisches Paradies eingerichtet. Allah kommt von El, ein Gottesname, wir kennen ihn von den Namen Micha-El oder Nathana-El. Während Jesus die Bibel der Juden nicht verändert hat, sagt der Koran, dass sie verändert werden musste und auch von den Juden, dass sie sich dem Koran unterwerfen müssen. Die Juden haben sich nicht unterworfen. Wie Christen die Juden verfolgt haben, weil sie Jesus nicht als Messias anerkennen, so auch Muslime. Solange die Juden in islamischen Ländern Steuern bezahlt haben, konnten sie bleiben. Einen eigenen Staat dürfen sie nicht haben.
Gott garantiert keine militärischen Siege
Die Bibel zeigt, was im Menschen zum Krieg führt. Sie berichtet auch von Kriegen ihrer Könige. David hat die Feinde Israels besiegt, auch die Philister, die immer wieder Kriegszüge vom heutigen Gazastreifen aus gegen die Israeliten führten. Die Bibel erklärt jedoch nicht, was Gott mit den Kriegen macht. Er lässt auch die Israeliten nicht einfach immer gewinnen. Der Vorgänger Davids, König Saul, kommt in einer Schlacht gegen die Philister um. Eine gewisse Antwort finden wir im Neuen Testament. Jesus weigert sich, König zu werden. Seine Jünger hatten bis zu seiner Gefangennahme auf einen Kabinettsposten in seinem Königreich gehofft. Das erwartete auch die Mutter von Jakobus und Johannes. Sie sah ihre Söhne bereits als Minister neben dem König “Jesus”. Als Jesus nicht von Gott aus den Händen der Römer gerettet wurde, mussten sie von ihren Erwartungen Abschied nehmen. Die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus geben dem Mann, der sich ihnen zugesellt, diesen Lagebericht.
„Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.“…… Lukas, Kap. 28
Wir können aus den Berichten zweierlei ablesen:
- Gott greift wohl nicht in das von Menschen ausgeheckte Geschehen ein. Er überlässt den Menschen die Verantwortung. Wahrscheinlich wartet er, bis die Menschen zur Vernunft kommen. Das trifft bereits auf diejenigen zu, die sich nicht in einen Streit, in ein Mobbing, in einen Krieg verwickeln lassen. Sie erkennen ohne Schwierigkeiten, wie diese der Vernunft widersprechen.
- Wenn Gott eingriffe, dann müsste er etwas erzwingen und würde damit einer der Kriegsherren oder Manipulatoren. Auch wenn Gott nicht eingreift, überlässt er nicht der Ungerechtigkeit das letzte Wort. Jesus kommt nach seiner Hinrichtung aus einer anderen Wirklichkeit zu seinen Anhängern. Gerechtigkeit wird nicht außer Kraft gesetzt. Nicht nur Jesus ist dieser Hoffnung gefolgt, sondern ebenso die Märtyrer.
Die Überflüssigkeit von Kriegen wird nicht durch Waffen, sondern mit der Vernunft erkannt. Diese wird auch einen Weg zum Frieden finden. Denn an der Vernunft haben die Einzelnen nur teil, sie gehört allen.
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