Vor dem Ukrainekrieg - die Utpie, dass Panzer Ausstellungsstück bleiben. Foto: hinsehen.net E.B.

Mit Gewalt geht es nicht

Wir fühlen uns ohnmächtig, den zu vielen Kriegen ein Ende zu bereiten. Könnte nicht Gott eingreifen? Aber würde er die Kriege damit wirklich zu einem Auslaufmodell machen? 2026 wird die Frage in der Osterzeit nicht nur intensiv diskutiert, sondern mit Raketen ausgefochten.

Wir verfolgen auf der Weltbühne, was sich auch auf der kleinen Bühne unseres Lebens abspielt. Es fängt meist klein an, unterschiedliche Interessen, Rivalitäten, wer das Sagen hat, gegenseitige Beschimpfung, Gewalt. Dem Kriegsausbruch geht viel voraus, bis es zu dem Punkt kommt, an dem “die Waffen sprechen”. 

Kriege haben eine Vorgeschichte

Ehe ein Krieg ausbricht, haben die Beteiligten meist vorher verhandelt. Je weniger sie sich einigen können, desto mehr denken sie an Gewalt und füllen ihr Waffenarsenal auf. Auch hier im Kleinen wie im Großen. Wenn die Waffen zum Einsatz kommen, gibt es entweder den schnellen Sieg einer Seite oder Grabenkämpfe über Monate und Jahre. Diese können lange anhalten, Deutschland hatte 30 Jahre lang einen Konfessionskrieg geführt. Je länger der Krieg dauert, desto mehr Söhne des Angreifers sind gefallen. Für was hätten sie ihr Leben gelassen. Nur ein Sieg rechtfertigt den Tod der eigenen Leute. Wer sich dem Angreifer entgegenstellt, muss ihn zurückdrängen oder sogar unterwerfen. Das ist Motive, die Kriege verlängern. Einfacher wäre es, die Gegner würden sich an einen Tisch setzen. Im Kleinen wirkt der Mechanismus ähnlich. Wenn ich mich auf einen Kompromiss einlasse, wird mein Kampf sinnlos. Ich gebe ja zu, dass ich mich nicht durchsetzen konnte.
Was wäre die Konsequenz, wenn Gott in diese Dynamik eingriffe? Er müsste Zerstrittenen zwingen und hätte auch nur als Konsequenz, dass sie morgen ihren Krieg fortsetzen. Wenn Gott dann noch die Kriegsschäden reparieren würde, könnten die Nachbarn zur Pistole greifen und die Staaten Atombomben abwerfen.

Frieden entsteht so nicht

Das lässt sich am Konfessionskrieg zwischen Sunniten und Schiiten ablesen. 1980 begann der Sunnit Saddam Houssein einen Krieg gegen das schiitische Persien. Dieser dauerte 8 Jahre. 1990 begann der zweite Golfkrieg Irak-Kuweit. 2003 der dritte, den die USA und England gegen den Irak führten. Im syrischen Bürgerkrieg standen sich wieder die schiitischen Alawiten und die syrischen Sunniten gegenüber. Zwei größere Länder unterstützen die beiden Parteien, Persien die Alawiten, Saudi-Arabien die Sunniten, weil sie um die Vorherrschaft im Nahen Osten kämpfen. Der 4. Golfkrieg 2026 zwischen Israel mit den USA gegen Persien ist nur eine Weiterführung der Kämpfe. Auch wenn es zu einem Waffenstillstand kommt, wird es wahrscheinlich bald einen 5. Golfkrieg geben.

Wer hat vor Gott recht

Mit ihren Kriegen inszenieren sich die Kriegsherren. Nun inszenierte sich die USA wieder als rettende Macht. Nicht zufällig stellt sich ihr Präsident als rettender Messias dar, der die Wunden der Menschen heilt. Er reagiert auf deutliche Worte des Papstes:

„Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog. Nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen“.

Der Papst stellt den amerikanischen Präsidenten massiv infrage. Da der Vatikan finanziell nicht von Zahlungen der US-Regierung abhängig ist noch militärisch, sondern nur moralisch besiegt werden kann, wählt Trump für seine Gegenoffensive religiöse Motive. Es ist nicht zufällig, dass er behauptet, er und nicht die Kardinäle hätten Robert Francis Prevost zum Papst gewählt. Der will, dass das der Papst ihm gehorcht. Deshalb die Fotomontage des Präsidenten als Messias. Er, Trump, zeigt, dass er im Auftrag Gottes handelt und der Papst ihn hindert, Gottes Willen zu erfüllen.
Das Muster wiederholt sich. Wir können es auf unsere Konflikte übertragen, denn wir können das Gleiche erleben wie der Papst. Wer versucht, Frieden zu stiften, z.B. auf dem Schulhof ruft: „Vertragt Euch endlich!” erhält die Antwort: “Lass mich in Ruhe! Dem Anderen muss endlich das Handwerk gelegt werden.” Der Vermittler wird solange beschimpft, wie beide Streithähne glauben, den Anderen besiegen zu können.
Kriege werden allenfalls durch Erschöpfung beendet. Sie gehen weiter, wenn wieder aufgerüstet ist. Frieden kann nicht aus der Absicht entstehen, den Gegner zu besiegen, sondern nur aus dem Willen, in Frieden miteinander leben zu wollen. Weil Jesus Gewaltlosigkeit gefordert hat, kann der Papst sagen:

„Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben.“

Christen können dem Waffengang nicht einfach zuschauen. Sie müssen sich selbst entwaffnen, von böser Nachrede, von Verachtung des Nachbarn, von dem Satz: „Mit dem kann man nicht in Frieden leben.“ Das scheint auch für Christen schwieriger zu sein, als in einen Waffengang, z.B. ein Gericht anzurufen oder ein Mobbing in Gang zu setzen. Solchen Aktionen beginnt man mit der Überzeugung, den Anderen unterwerfen zu können. Aber diese Annahme scheint brüchig. Für Israel wie für die USA kann die Konsequenz sein, dass Persien erst recht zu der Überzeugung kommen muss, die Atombombe zu bauen, damit ein nächster Angriff nicht mehr möglich wird.

Link zur Ansprache von Papst Leo XIV über die Schritte zum Frieden, die aus dem Gebet erwachsen: Hin zu einem unbewaffneten und entwaffnenden den Frieden


Kategorie: Verstehen

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Zum Seitenanfang