Selenskyj ist auf Dauer auch nicht einfach der Schwächere. Wenn nämlich die Ukraine an Russland fällt, steht Trump als Verlierer da. Anders als Trump macht er nicht einfach, was Putin will. Da Putin die Bedingungen für einen Waffenstillstand vorgibt, muss Trump ihm einen Präsidenten anbieten, der ukrainische Gebiete preisgibt. Das ist ein deutliches Zeichen der Schwäche. Den Friedensnobelpreis wird er dafür von Schweden nicht bekommen. Das Land würde sich von Russland noch mehr bedroht fühlen, wenn die USA die Ukraine dem russischen Einflussbereich zurückgibt. Das ist auch nicht nur der Wille von Putin. Die Russen fühlen wie er., das klingt etwa so: Die NATO hat uns unsere Ukraine genommen.“ Die Studentenproteste 2013/14 waren nicht nur russische Propaganda, sondern sind die Überzeugung der Russen. Überzeugung der Russen von den USA finanziert. “Wie sonst hätte sich unser Brudervolk von uns abgewandt!” Trump bekommt nicht einfach einen Waffenstillstand, denn Putin könnte mit ihm die ganze Ukraine bekommen. Schaut man die Kriege, die die USA nach dem Zweiten Weltkrieg ausgefochten haben, dann sind sie aus Vietnam, aus dem Irak, aus Afghanistan nicht als Sieger herausgekommen, Korea ist bis heute ein geteiltes Land. Wie stellt es Trump an, auch ohne Waffeneinsatz zum Verlierer zu werden:
Wie gelangte Putin auf eine Stufe über Trump
Nicht durch eigene Kraft. Vielmehr hat Trump ihm die Verantwortung für das Ende des Krieges abgenommen. Wie Gott wollte er das an einem Tag hinbekommen. Er hat noch Vieles angekündigt, um als übergroß dazustehen. Gibt es jedoch einen ersten Spatenstich für einen Hotelkomplex im Gazastreifen, erste Schritte, Grönland zu annektieren, den chinesischen Einfluss auf den Panamakanal zurückzudrängen, eine erste Verständigung mit Russland. Alles nur Ankündigungen.
Keine erkennbare Strategie gegenüber China
Dieses baut in Lateinamerika und Afrika Häfen und eine Eisenbahn durch Zentralasien. Das betrifft bereits Deutschland. HAPAG Lloyd verlegt seinen Schwerpunkt von Hamburg nach Wilhelmshafen, weil die Chinesen Anteile am Hamburger Hafenbetrieb erhalten haben. Trump hat nicht viel Zeit, gleichzuziehen. Denn wenn China die Handelsstraßen nicht wie die USA mit Kriegsschiffen kontrolliert, sondern die Handelsschiffe überall auf der Welt in chinesischen Häfen anlanden, dann müssen sich die USA in dieses Netz einfügen. Seine riesige Kriegsmarine wird dann wertlos. Oder die USA geben ihre Position als Großmacht auf und ziehen sich wie China unter Mao auf sich selbst zurück. Auch Google und Facebook werden dann zu regionalen Netzwerken zurückgeschraubt. Vielleicht wird sich sogar Kanada in ein europäisches Netzwerk einklinken. Europa bekommt die reale Chance, ein eigenes Google aufzubauen. Die eigentliche Schwachstelle der USA sind die Staatsschulden.
Mit 36 Billionen Dollar stehen die USA in der Kreide
Trump will erschrecken, der ukrainische Präsident wird nicht der letzte gewesen sein. Warum hat der mächtigste Mann der Welt das nötig. Hat er Angst? Wenn er wirklich mächtig wäre, dann würden die Anderen von selber tun, was er will. Frühere Präsidenten haben gezeigt, dass es geht. Die USA waren großzügig. Sie haben das Prinzip des Großvaters genutzt. Für die Europäer waren sie Uncle Sam, der großzügige Onkel in USA, der nach dem Krieg Care-Pakete an seine Verwandten schickte und, ganz im eigenen Interesse, die Langstreckenraketen aus Russland schon über den europäischen NATO-Ländern abfängt. Das Vertrauen, das die USA über Jahrzehnte aufgebaut haben, gab ihrer Währung Kreditwürdigkeit auf der ganzen Welt. Früher musste eine Währung durch Gold abgesichert werden. Inzwischen reicht dafür der Dollar. Die Dollarreserven der Staatsbanken haben bisher die eigene Währung abgesichert. Weil die US-Regierungen glaubten, mit dem Dollar als Weltwährung unbegrenzt Schulden machen zu können, haben sie ihr Konto maßlos überzogen. Es sind inzwischen 36 Billionen, deren Schuldscheine nur zu einem geringen Teil bei US-Rentenkassen liegen. China könnte von heute auf morgen das Kartenhaus zum Einsturz bringen, wenn es die Anleihen auf den Markt werfen würde. Das macht XI deshalb nicht, weil das ein riesiges Verlustgeschäft wäre. Mit den Häfen, die er baut, gewinnt er eine langfristige Rendite und zieht damit die Schlinge um den Hals der USA.
Trump hat nur eine Taktik
Es könnte sein, dass Trump das besser versteht als Biden. Da er nur Beleidigung und Erpressen “kann”, zerstört er allerdings das Vertrauen, das den bisher den Schuldenturm vor dem Einsturz bewahrte. Da er inzwischen die Beamtenschaft gegen sich aufbringt und wie in seiner ersten Amtszeit auch das Militär, entgleitet ihm das Land. Auf die Abgeordneten kann er sich nicht wie Putin verlassen. Er müsste selbst wie Putin oder Sarah Wagenknecht die Abgeordneten auswählen. die Wahlen abschaffen. Solange sie von den Wählern in den Kongress geschickt werden, nutzt ihnen ein erfolgloser Präsident nicht.
Putin bleibt als effektiver Ränkeschmied darin Trump überlegen, weil dieser keine Fäden spinnen und damit Netzwerke knüpfen kann. Nur wenn er es versteht, sich als Dauerpräsident zu installieren, werden Gefolgsleute ihm auf Dauer ergeben bleiben. Das wird aber allein schon deshalb unwahrscheinlich, weil sein Vertrauter Elon Musk so rabiat mit den Bundesbeamten umgeht, dass Trump die Durchgriffsmöglichkeiten entgleiten. Minister und Amtsleiter haben ihren Untergebenen schon erlaubt und sogar geboten, sich nicht Musk zu unterwerfen. . Die dadurch erzeugte Angst erfasst deren Familien wie ihren Bekanntenkreis. Die Amerikaner nehmen, anders als die Russen, eine solche Grundstimmung nicht als gegeben hin.
Im Interesse Europas
Wenn die Analyse zutrifft, muss Europa in eigenem Interesse Onkel Sam zu Hilfe eilen. Trump war ja schon einmal insolvent und musste den Untergang seines Unternehmens mit der Hilfe russischer Oligarchen abwenden. Wenn er weiter das Vertrauen in den Dollar unterminiert, braucht er Verbündete. Ob Putin ein Interesse daran hat, ihn noch einmal vor der Insolvenz zu retten, ist sehr fraglich. Die Europäer könnten ihn als Pubertierenden sehen, der sich von seinen Großeltern loslösen will. Denn bisher waren die USA von der Staatsidee und der Religion von den Einwanderern aus Europa geprägt. America first ist ja erst in zweiter Linie durch den Dollar zu verwirklichen. Die USA sind durch die Staatsidee groß geworden, die die besten Köpfe angezogen und der sich entwickelnden Union eine solide Grundlage gegeben hat. Europa muss von der USA den Grundsatz übernehmen, dass die Staaten nicht gegeneinander Krieg, ob mit Waffen oder durch Zölle und Sanktionen, führen. Die Grundidee der EU, die sich durch Verträge gegeben hat, steht der USA nicht nach.
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