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Ökologie heißt Lebensqualität

Im Urlaub zieht es uns in die Natur und nicht in eine Maschinenhalle - weil wir dort hingehören, das riechen und schmecken und das Ganze mit seiner Schönheit auf uns wirken lassen wollen. Was wir im Urlaub gefühlsmäßig als zu uns passend erleben, würde auch unser Leben in Beton- und Blechboxen zum Besseren verändern. Es geht um mehr als Klimakollaps abwenden, um mehr Lebensqualität.

Mehr Bio kommt im Moment als „grün“ verfügte Askese auf uns zu. Nicht mehr fliegen, Vegi statt Steak, Urlaub möglichst zu Hause. Deutschland zum Kloster machen. Aber waren es nicht die Klöster, wo man zuerst besser kochte, Weinberge hatte und Kräuter anbaute. Sollte unsere Welt nicht wieder duften und wie ein Klosterküche schmecken?

Beton und Maschinen sind weder schön, noch riechen sie gut

Wir haben um uns herum eine Welt aus Beton, Aluminium, Maschinenhallen gebaut, bewegen uns in Blechkisten und haben das alles über Telefonmasten und Glasfaserkabel vernetzt. Mit Künstlicher Intelligenz steuert sich dieser Maschinenpark bald selbst und errichten sich die Hochhäuser demnächst mit den Algorithmen in den Baumaschinen, ohne dass Arbeiter noch Hand anlegen müssen. Das Auto-Steuern wird uns auch abgenommen. Damit ist aber die technische Perfektionierung an einem Punkt angekommen, wo der Spaß aufhört. Ist nicht die Herrschaft über das Auto, es selbst steuern und beschleunigen zu können, der Reiz, der noch bleibt, wenn man sich an den Komfort des ICE gewöhnt hat?

Wir machen keinen Urlaub im Maschinenpark

Wir leben in der Welt, die man mit Algorithmen steuern kann. Deren Faszination reicht aber nicht, dass wir auch dort Urlaub machen. Wir besichtigen die Industriedenkmäler des Ruhrgebiets, fahren aber dann ans Meer oder radeln durchs Münsterland. Wir sind eben biologische Wesen. Die Technik haben wir entwickelt, um besser zu leben. Dieses bessere Leben suchen wir aber nicht bei den Geräten, sondern dort, wo wir herkommen, in der von Pflanzen gestalteten Fläche aus Silikaten. Denn in einem Felsenmeer oder einer Sandwüste können wir nicht überleben. Weil wir aus den Pflanzen stammen, finden wir bei ihnen das für uns Angenehme. Obwohl auch Maschinen riechen, fühlen wir uns zum Geschmack und dem Geruch von Pflanzen hingezogen.

Kompetenz für Pflanzen

Wer in einer von Technik bestimmten Welt beruflich tätig werden will, muss sich mit der Konstruktion von Geräten auskennen und diese perfektionieren sowie neue entwickeln können. Beruflich überleben heißt damit, technische Kompetenz zu erwerben. Aber die Menschheit ist mit der technischen Überbauung der Natur so weit, dass das Überleben der Pflanzen nur auf einem Teil der Erde noch möglich sein könnte und viele Pflanzenarten aussterben werden. Wenn uns wieder klar wird, dass die Pflanzen es waren, die erst die Erde für uns bewohnbar gemacht haben und wir mit den Pflanzen untergehen würden, "stimmt" unsere Vorstellung der Welt. Unsere Urlaubswünsche zeigen, dass wir das vom Gefühl her schon wissen. Wenn uns klar geworden ist, dass die Technik unser Überleben nicht garantiert werden, dann erscheint uns Gärtnern kein Hobby mehr, so wie in Notzeiten und heute weiter in vielen Ländern

Bio-Waffe Glyphosat

Unsere Einstellungen verdecken wir mit Forderungen an andere, legen sie dann aber offen durch unsere Taten. Der Glyphosatverbrauch geht weiter, Bayer lässt Monsanto weiter produzieren und zahlt zugleich weiter wegen vermuteten Krebsgefahr. Diese Gärtner, die klagen sowie die Landwirte greifen mit diesem nicht mehr chemischen Mittel in den Stoffwechsel jeder Pflanze ein, so dass diese verendet. Das zeigt unsere Beziehung zur Lebenssphäre, auf deren Basis wir überhaupt erst als Körperwesen existieren können. Was bringen Großeltern, die Glyphosat einsetzen oder Unkraut mitwegbrennen, ihren Enkeln bei Es fehlt nur noch das Videospiel "Wie gewinne ich den Kampf gegen Ungeziefer und Unkraut. Gehören die Pflanzen und Tiere zu einer feindlichen Macht, dass ich Glyphosat und andere Bio-Waffen gegen sie einsetzen darf. Oder gehören sie dem, der sie hat entstehen lassen und für das Auge des Menschen mit Schönheit bekleidet hat. Es geht auch um die Kinder. Jeder Generation ist der Garten, den die Pflanzen geschaffen haben, nur geliehen.

Naturerfahrungen für Kinder

Mit den Pflanzen und den Tieren gehen wir in eine Lebenswelt zurück, die uns viel mehr Erlebnisqualitäten bietet als ein Handy. Diese Erfahrungen sollten wir Kindern ermöglichen, um ihnen ein intensives, kreatives, mit Verantwortung erfülltes Leben erschließen. Wenn es zu einem Frieden mit der Natur kommen soll, muss das Bestandteil der Lehrpläne werden. Das müssen sie nicht sitzend lernen, sondern durch Säen, Gießen, Beobachten. Deshalb gehören zu jedem Kindergarten und jeder Schule ein Garten und Kleintiere. Orte und Stadtteile können leicht kindgerecht gestaltet werden, wenn es Hochbeete gibt, die sie pflegen, Hühnerställe, die sie betreuen, Blumenwiese mit einem Bienenstock daneben. Das würde die Bedeutung des Autos wie des Smartphone relativieren, so dass Kinder nicht ständig vor den Autos zurückgehalten werden müssen, sondern die Stadt mit gestalten.


Kategorie: Entdecken

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