Heilig Grab Kapelle in Weilburg

Wallfahrer nach Jerusalem haben keine Fotos mitgebracht, sondern Bauideen, so für den Kreuzweg und die Grabeskirche. In Weilburg hat der Nassauische Fürst die Grabeskirche von Jerusalem nachgebaut. Sie dient bis heute dem Gottesdienst.

Grabkapelle Weilburg, Foto: Helmut Zimmermann

Eine Reise ins Heilige Land war damals ein von vielen geübter Pilgerbrauch. Die Jerusalemsehnsucht hatte einen bestimmten Grund: In der irdischen Stadt Jerusalem sah man die Verkörperung des himmlischen Jerusalems nach dem Motto „Wie im Himmel, so auf Erden“. Das wird in der Offenbarung des Johannes in einer Vision dargestellt: Das Neue Jerusalem sinkt vom Himmel hernieder, Gott wohnt in dieser Stadt, deren Mauer aus Edelsteinen sind. Auf diese Identifikation des irdischen mit dem himmlischen Jerusalem wies eine Inschrift auf einer Kreuzigungsgruppe in der Jerusalemer Grabeskirche seit dem 12. Jahrhundert hin. Es war die Zeit, in der in Frankreich der Bau der großen Kathedralen begann, inspiriert von dem Text aus der Offenbarung des Johannes. Diese Sehnsucht nach dem himmlischen Jerusalem brachte nicht nur viele Pilger ins Heilige Land, sondern führte auch zu zahlreichen Nachbauten der Jerusalemer Grabeskirche in Deutschland, von denen die Weilburger Heilig Grab Kapelle, ein getreuer Nachbau der originalen Grabkapelle, vollständig erhalten ist. Noch häufiger als die Grabeskirche wurden Kreuzwege angelegt, oft als Aufstieg zu einem Berg oder Hügel.

Die „Heilig Grab Kapelle“ in Weilburg steht stadtauswärts nach Frankfurt, am Rande des 1581 angelegten Alten Friedhofes. Sie wurde 1505 erbaut, veranlasst aufgrund eines Gelübdes durch Graf Ludwig I. von Nassau-Weilburg. Die Idee dazu gab ihm 1499 sein Mitregent und Onkel Graf Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken, der in den Jahren 1495/96 eine Wallfahrt nach Jerusalem zu den Heiligen Stätten unternommen hatte.

Helmut Zimmermann

 

 

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