Garten – das ist Geben und Nehmen

Mal ist er aktiv, mal bin ich aktiv oder wir beide bringen einfach zusammen etwas zustande. Aber man muss nicht meinen, dass er ein gefügiger Knecht wäre, mein Garten. Nein, im Gegenteil, er hat auch einen eigenen Willen und zeigt ihn. Er lässt Dinge wachsen, die ich nie ausgesät habe, er kreiert Arrangements durch Samen, die sich auf seinem Grund einnisten. Er zeigt mir seine Stärke, da wo er besondere Frucht und Blüten bringt, aber auch seine Schwäche, wenn ich ihn vernachlässige.

In meinem Garten gibt es immer was zu tun. Wenn ich mit Unkraut jäten fertig bin, muss ich Rasen mähen oder Rosen und Büsche beschneiden. Ich kann aber auch neue Ideen verwirklichen, kann etwas Schönes anlegen, kann kreativ werden. Ich kann mich entfalten und mich anregen lassen. Er ist ein Betätigungsfeld, in dem ich meine Talente spielen lassen kann. Dabei werde ich auch noch reich belohnt, denn mein Garten lässt es wachsen.

Ich staune oft, wenn sich nach Jahren irgendwo in einer Ecke eine Pflanze entwickelt, die bereits von mir abgeschrieben war oder die ich noch nie da gesehen habe. Er hat Kraft für Neues. Er gestaltet auch ohne mich. Sträucher und Bäume treiben aus, blühen und tragen Früchte. Ich trage dazu nichts bei. Es ist seine Lebenskraft, die ich in meinem Garten spüren kann. Geben und Nehmen ist gut ausgeglichen. Er will wie ein Freund behandelt werden, der mir uneigennützig gibt, der sich aber auch gerne etwas Gutes tun lässt.

Jutta Mügge

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