Den Horizont berühren

Das Meer zieht uns an. Wir fahren extra hin, um die Luft auf unserer Haut zu spüren. Noch mehr zieht uns der weite Horizont an. Wir gehen über die Düne oder den Deich, um dann diesen weiten Blick zu haben. Unsere Seele spannt sich aus.

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Wenn wir lossegeln würden, der Horizont bliebe immer im Ungreifbaren. Also bleiben wir stehen und lassen die Weite in unser Inneres einfließen, atmen tiefer, damit unserer Seele Flügel wachsen. Ja, das Leben ist größer als wir es sonst empfinden.

Dieses Meer gehört allen. Es gibt keinen privilegierten Blick. Niemand schöpft die Weite aus. Die Strände sind so lang, dass jeder Bewohner eines Kontinents einen Stehplatz bekommen würde.

Würden alle Bewohner eines Landes, bevor sie ihren Wahlschein ausfüllen, ans Meer fahren, käme es zu anderen Überlegungen. Viele Versprechungen und Ankündigungen, mit denen die Wählerstimmen gewonnen wurden, würden schon vorher zu Sand. Nur das Zukunftsfähige würde dem Wind standhalten und von den Wellen nicht zerrieben werden.


Eckhard Bieger S.J.

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