Wunder der Geburt

Foto: hinsehen.net

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Aus einer winzigen Zelle entstehen eine Pflanze mit Blüten und Blättern, ein Tier und genauso ein ganzer Mensch. Das Wunder geschieht jeden Tag, wenn ein Kind geboren wird. Weihnachten können wir eher glauben, dass Gott auf jedes neugeborene Tier schaut, besonders auf das Menschenkind. Das kann sogar zu Gott zurückschauen.

Jedes Leben, das zu sich erwacht, empfindet Freude und zugleich Schmerz, vor allem die Säugetiere, wenn sie in die kalte Welt geworfen werden. Da ist das Menschenkind den Tieren sehr ähnlich. Es sind nur 2% der Gene, die uns vom Schimpansen unterscheiden. Der Mensch ist in der zoologischen Systematik ein Affe. Er bleibt so nahe an der Tierwelt, damit er sie insgesamt vor Gott tragen kann. Er ist, so formuliert es das erste Kapitel der Bibel, das Standbild, das Gott an seiner Stelle in das Paradies gestellt hat. Indem er den Tieren ihren Namen gibt, wird der Mensch seiner Aufgabe gerecht. Inzwischen gibt er auch den Sternen am Rande des Weltalls Namen. Als er die erste zoologische Systematik abgeschlossen hatte, stellte er fest, dass keines der von ihm benannten Geschöpfe seine Partnerin werden kann. Trotzdem bleibt der Mensch ganz Tier, mit Hunger und Durst, dem Tagesrhythmus unterworfen, er bekommt seine Nachkommen wie die anderen Affen. Zugleich ist er über das Biologische hinaus orientiert. Seine Teleskope erreichen die Grenze des Weltalls, seine Mikroskope haben den Gen-Faden, Organisator des Lebens seit den ersten Einzellern, entdeckt.

Das Göttliche berührt den Menschen

Das Wunder des Menschen zieht die Hirten von den Feldern in Bethlehem und die Weisen aus dem Zweistromland in seinen Band. Es hat etwas Göttliches. Es lässt das Göttliche in den Besuchern des Stalles aufklingen. Die Luft ist von Musik erfüllt. Die Verzauberung wirkt bis heute. Der Dezember hat faktisch nur drei Arbeitswochen, wir denken an die andere, sind offener für Besuche. Auch wenn die Vorweihnachtzeit dem betriebswirtschaftlichen Kalkül unterliegt.

Jedes Kind trägt die Möglichkeit in sich, die Welt zu verändern. Diese veraltet so schnell und braucht immer wieder den Impuls des Neuen. Ein Besuch an der Krippe wird unseren Blick weiten. Wie dieses Kind gezeigt hat, können auch die Kinder, die in den letzten Monaten geboren wurden, die Welt verändern, allein schon, wenn wir uns ihrem Blick aussetzen. Sie überzeugen uns, dass wir für die ganze Schöpfung stehen.

Eckhard Bieger S.J.

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