Metz- Reise in das Herz Europas

Auf einer Erhöhung über der Mosel liegt als Hauptanziehungspunkt der Platz mit der gotischen Kathedrale, die dem hl. Stephan geweiht ist. Die Kelten siedelten hier. Der Name geht auf den dort ansässigen Stamm der Mediomatriker zurück. Die Römer eroberten im Jahr 52 die Stadt. Sie hatte zur Römerzeit an die 40.000 Einwohner, heute 120.000.

Kathedrale innen Foto: hinsehen.net

Kathedrale innen. Foto: hinsehen.net

Nähe zu Trier

Von Trier kommt man über die Stadt Luxemburg nach Metz. Metz gehörte neben Toul, ebenso an der Mosel gelegen, sowie Verdun im Mittelalter als Suffraganbistum zur Erzdiözese Trier. Auch heute sind beide Bistümer in regem Austausch. Metz war schon im Römischen Reich Kreuzungspunkt. Die Autobahnen folgen alten Verkehrswegen, so dem über Nancy nach Lyon und dem über die Nordsenke der Vogesen nach Straßburg. Nach Westen geht es über Verdun und Reims nach Paris.

In der europäischen Geschichte

Unter den Karolingern war die Stadt Zentrum des Ostreichs. Sie gehörte nach der Reichsteilung unter den Söhnen Ludwig d. Frommen zum Gebiet Lothars, der der Region den Namen Lothringen gibt. Heute wirkt die Stadt ganz französisch geprägt. Sie gehörte nach dem der Zweiteilung des Reiches Karls d. Gr. mit dem Vertrag von Meersen  870 jedoch zum Ostreich, Im Mittelalter erhielt Metz den Status einer Freien Reichsstadt. 1552 besetzte der französische König in den Wirren der Reformation die protestantisch gewordene Stadt. Nach dem Krieg 1870/71 annektierte Preußen diesen Teil Lothringens, seit dem Ende des Ersten Weltkriegs gehört sie wieder zu Frankreich, das aus dem ehemaligen karolingischen Westreich hervorgegangen ist. Die Mittellage des alten Lothringen  mit den Niederlanden, Burgund und Italien wurde zur Wiege der europäischen Einigung. Nicht weit von Metz, in Scy-Chazelles, verbrachte der französische Außenminister der Nachkreisjahre, Robert Schuman, seinen Lebensabend. Er stellte am 9. Mai 1950 den nach ihm benannten Plan vor, die Kohle-und Stahlindustrie einer übernationalen Behörde zu unterstellen, damit kein Land mehr zu Lasten der anderen Partner aufrüsten konnte.

Colombey-les-Deux-Eglises

Colombey-les-Deux-Eglises

Neben Robert Schuman, der 1886 in Luxemburg geboren wurde, stammen die anderen Väter Europas auch aus dem alten Mittelreich, so Alcide de Gasperi aus dem Trentino. Für Konrad Adenauer war Brüssel nicht nur räumlich näher als Berlin, Charles de Gaulle verbrachte seinen Lebensabend in Colombey-les-Deux-Eglises, weiter südlich von Metz. Er hatte das Lothringer Kreuz als Logo der französischen Exilregierung während des Zweiten Weltkrieges gewählt. Er stammte aus der Nähe von Lille, dem flandrischen Teil Frankreichs.

Eckhard Bieger

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