Kiewer Höhlenkloster

Maria Himmelfahrts Kathedrale

Die Stadt liegt auf Hügeln über dem Dnjepr. Klöster und Kirchen krönen diese Hügel. Viele erstrahlen in neuem Glanz. so die hier abgebildete Maria Himmelfahrtskathedrale, im 18. Jahrhundert erbaut. Nicht nur der Krieg, sondern der Kommunismus hatte 150 dieser Bauwerke zerstört, sie sind jetzt wieder religiöse und kulturelle Zentren. Die bedeutendsten sind wieder aufgebaut und dienen wieder ihrem ursprünglichen Zweck, Gottesdienste zu feiern. Die traditionsreichste Kirche ist die bei dem Höhlenkloster. Die eigentliche Zentralkirche, im Westen würde man sie Kathedrale nennen, ist die Sophienkirche. Das es in der Ukraine mehrere orthodoxe Konfessionen gibt, wurde sie bisher keiner der dieser Kirchen zugesprochen.

Mönch Höhenkloster

Das Höhlenkloster geht auf den Mönch Anonij, der 1051 zuerst ein unterirdisches Kloster gründete, das man heute noch besichtigen kann.  Die Mönche lebten unter der Erde, auch um sich feindlichen Angriffen zu schützen, aber vor allem, um sich ganz auf Gott konzentrieren zu können. Im Westen gab es eine ähnliche Bewegung, es waren Frauen, die sich einmauern ließen. Jutta von Sponheim, Lehrerin von Hildegard von Bingen, lebte von 1112-1136 auf dem Disibodenberg bei Bingen. Die heutige Benediktinerabtei Huysburg war zuerst eine Gemeinschaft von Inclusinnen, die sich auf dem Berg nördlich des Harzes bei einer Kapelle ansiedelten.

In den Höhlen wurden auch viele Mönche beerdigt. Heute befindet sich in dem Areal wieder ein Kloster, mehre Kirchen und Kapellen sind auf dem großen Areal wieder aufgebaut bzw. restauriert. Hier eine Reliefskizze eines Teils der unterirdischen Höhlen. Ein teil der Höhlen kann besichtigt werden.

Grafik der unterirdischen Gänge des Höhlenklosters
Bis zur Eroberung der heutigen Region Ukraine, Russland, Weißrussland durch die Mongolen war Kiew das politische und religiöse Zentrum der Ostslawen. Die Stadt wurde nach kurzer Belagerung 1240 von den Mongolen gestürmt und versank lang ein Bedeutungslosigkeit. Als das Mongolenreich innerlich geschwächt wurde, stellte der Großfürst von Moskau als erster die Tributzahlungen ein. Moskau wurde zur bestimmenden Macht, so dass der Metropolit 1205 von Kiew nach Wladimir und 1226 von dort nach Moskau umzog. Als Konstantinopel von den Türken eingenommen wurde, übernahm der Moskauer Großfürst, der spätere Zar, den Schutz der Christen. 1589 verlieh der Zar dem Moskauer Metropoliten den Patriarchentitel. Dies wurde durch eine Synode der orthodoxen Bischöfe ein Jahr später bestätigt.
Am Höhlenkloster liegt heute das Zentrum der größten orthodoxen Kirche der Ukraine, die autonom ist und sich dem Moskauer Patriarchen zuordnet. Es gibt dort eine theologische Hochschule. Die wieder aufblühende Orthodoxie in der Ukraine braucht viel Priester und es lassen sich viele junge Männer für diesen Beruf begeistern.

Eckhard Bieger S.J.

Links
Ukraine-Rückkehr der Religion
Friedensmarsch im Juli 2016

Ein Gedanke zu “Kiewer Höhlenkloster

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