Ellwangen, Ausgangspunkt für das württembergische Bistum nach 1815

Mitten in der Stadt beherrscht die dem hl. Vitus geweihte Basilika den großen Platz. Sie ist die Vorläuferkirche des württembergischen Bistums Rottenburg. Wie Freiburg oder Limburg kam es zur Gründung des Bistums im Gefolge des Wiener Kongresses. Dort wurden die über 300 deutschen Kleinstaaten zu Königreichen und Herzogtümern zusammengeführt. Für das Königreich Württemberg wurde ein eigenes Bistum eingerichtet, ebenso für das Großherzogtum Baden. Für die Bistumsverwaltung suchte man eine katholische Stadt mit einer entsprechenden Kirche. Zuerst wurde Ellwangen ab 1812 Sitz der Verwaltung sowie einer Hochschule. Die Hochschule wurde 1817 in die Tübinger Universität als theologische Fakultät integriert und der Sitz des Bischofs für Württemberg in das katholische Rottenburg am Neckar verlegt.
Die Gründung des Klosters in Ellwangen geht auf das 8. Jahrhundert zurück. Aus der Benediktinerabtei wurde ein Stift, das die Besetzung der Stadt durch die Schweden überstand. Ab 1611 wirkten die Jesuiten in der Stadt und bauten ihre Niederlassung zu einem Kolleg aus.

Foto: E.Bieger

Barock als Neustart des katholischen Lebens

Die barocke Ausgestaltung der mittelalterlichen Abteikirche zeigt das Wiederaufblühen katholischen Lebens nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. 1802 wurde das Stift säkularisiert, der Besitz fiel an das Haus Württemberg. Auch wenn es erst 1821 zur offiziellen Errichtung des württembergischen Bistums kam und erst 1828 der erste Bischof, Johann B. von Keller, sein Amt antreten konnte, kümmerte sich das Fürstenhaus um die etwa 1 Million Katholiken, die mit der Erweiterung des Landes vor allem als ehemalige Untertanen von Fürstbischöfen und Äbten Bürger des neuen Königreiches geworden waren.

Einen Abstecher von der nahe gelegenen Autobahn A7 sollte man einplanen

Gottesdienste in Ellwangen

Eckhard Bieger

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