Die Ängste als dämonische Bilder

Das Mittelalter war realistischer: man rechnete mit Dämonen

Schreckgestalt - Kopf mit fischleib

Schreckgestalt – Kopf mit fischleib

Am Seiteneingang der romanischen Kirche von Remagen finden sich Schreckfiguren. Sie sind älter als der jetzige Bau, der nach dem dreißigjährigen Krieg als Wiederaufbau der mittelalterlichen Kirche etwas steril wirkt.
Nicht steril wirken die Figuren, in denen die Menschen ihre Ängste wiederfanden. Der Kirchenraum selbst galt als frei von Dämonen. Draußen trieben sie ihr Unwesen.

Die Finanzindustrie gibt dem Teufel viel größere Spielräume
Heute spielen die Dämonen mit den Finanzströmen. Sie verbergen sich hinter dem Geld. Griechenland hat viele Kredite bekommen, damit wurden Fahrzeuge angeschafft und Bauten errichtet. Das Geld kurbelte auf diese Weise die griechische Wirtschaft an. Es entwickelte sich jedoch keine exportfähige Unternehmenslandschaft, um das Geld zurückzahlen zu können. Spanien und Portugal machten das Gleiche.

Das Geld ermöglicht dem Teufel noch mehr als Dämonenangst, seine Versuchungskünste auszuspielen. Geld ist nun mal leichter auszugebne als zu verdienen. Wenn es dann verbrauch ist, braucht es kluges Handeln. Davon ist Griechenland weit entfernt. Die Regierung vergrößert das Durcheinander und die Panik unter den Menschen wächst. Für den Diabolos, den Durcheinanderbringer muss das eine große Befriedigung sein. Freude kann er ja nicht empfinden. Im ach so dunklen Mittelalter rechnete man mit den dunklen Kräften. Heute kann man sie nicht mehr wahrnehmen, Milliardenüberweisungen werden nicht sichtbar. Zudem riecht Geld nicht, der Diabolos ist geruchlos geworden.
Eine weitere Lehre aus dem Nebeneinander von Kirchenraum und Dämonen:
Geld kann man nicht mit Geld heilen, den Schulden kosten nur noch mehr Geld. Man kann es auch nur so lange drucken, bis das Vertrauen in die Währung zerstört ist. Geld funktioniert nur mit einem Höchstmaß an Vertrauen. Die Deutsche Bank stürzt gerade wegen des Vertrauensverlustes nach all den Manipulationen und riskanten Geschäften ab. Erst wenn die Geldmacher sich vom Teufel lösen, ihr Herz in Ordnung bringen, wird man ihnen wieder vertrauen. Alles nicht für Geld zu kaufen.
Es gibt nur einen vertrauenswürdigen Garanten für die Ordnung des menschlichen Zusammenlebens. Die findet der Mensch, wenn er sich nicht am Geld, sondern an Gott ausrichtet.

Ob Alexis Tsipras und Gianis Varoufakis sind beides Kommunisten. Sie können genauso wenig wie Banker den Blick vom Geld in eine andere Wirklichkeit richten. Ob sie doch vor den Verhandlungen am Montag wohl in eine Kirche gehen, um ihr Herz auszurichten udn die Dämonen zu vertreiben.

Eckhard Bieger S.J.

Foto: E.Bieger

Über den Banken öffneten sich kurz die dunklen Wolken

Über den Banktürmen öffnet sich bei Sonnenuntergang der Himmel für kurze Zeit.
Vielleicht werfen die Banker und Politiker einen Blick nach oben und finden einen Ausweg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s