Homo-Ehe – die Einfallslosigkeit der Inszenierung

Keine moralische, sondern eine rituelle Auseinandersetzung

Bild: guukaa / fotolia.com

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Homosexuelle Paare wie Eheleute zu sehen, das scheint die Spitze des Fortschritts. Im Moment ist die öffentliche Meinung für diese Idee eingenommen. Aber wird aus der Idee eine dauerhafte Institution?

Die Gegner befürchten das. Die Befürworter müssen das noch beweisen. Die Auseinandersetzung wird leider moralisch geführt. Dabei zeigt sich die rituelle Seite von Einfallslosigkeit geprägt. So sein wie die Verbindung zwischen Mann und Frau und dann noch Kinder aufziehen können. Das wird trotzdem keine Ehe, weil es an Einfallslosigkeit dem Zeitgeist entspricht. Die Homoehe wird wie der Liberalismus an seiner Einfallslosigkeit scheitern. Ist die FDP nicht deshalb von der Bühne verschwunden, weil sie außer Steuersenkung nichts zum großen gesellschaftlichen Schauspiel beitragen konnte

Partnerschaften sind nicht privat

Die Menschen und nicht zuletzt die Religionen, haben sich mit der homoerotischen Neigung immer schwer getan. Solange nur wenige heiraten konnten, war Homosexualität kein so sichtbares Problem. Es gab sie und ihre Praxis wurde auch mehr oder weniger geduldet. Schwierig war es für Stammesgesellschaften, wo jeder junge Erwachsene für den Fortbestand der Sippe unentbehrlich ist. Die harten Bestimmungen in Judentum und Islam erklären sich so.

Die Ehe verbindet Gegensätze

Das große Gewicht, das die Ehe im Selbstverständnis einer Gesellschaft hat, reicht bis ins Grundgesetz. Es geht nicht nur um Partnerschaft, sondern um einen Raum, in dem Kinder geboren und aufgezogen werden können. So leicht ein Kind gezeugt werden kann, wegen der langen Zeit der Entwicklung braucht es anspruchsvolle gesellschaftliche Strukturen, die das überlegen eines Clans sichern. Durch den Ehebund, oft als Vertrag zwischen zwei Familien konzipiert, soll ein verlässlicher Rahmen geschaffen und von dem ganzen Stamm und dann von der Gesellschaft geschützt werden. Nicht nur die katholische Kirche, auch die nachwachsenden Generationen trauen dieser Konstruktion eine lebenslange Funktion zu. Ehen finden dann ihre Vollendung, wenn sie dauern „bis der Tod euch scheidet.“

Dasselbe gilt auch für Freundschaften und homosexuelle Partnerschaften. Aber bisher ist keine Gesellschaft auf die Idee gekommen, Freundschaften einen ähnlichen institutionellen Schutz zu gewähren wie der Verbindung von Frau und Mann. Es ist wohl sehr viel weniger konflikthaft, eine gleichgeschlechtliche Beziehung zu gestalten als zwischen Mann und Frau. Beide bleiben bis ans Lebensende immer so verschieden, dass darin gerade das größte Entwicklungspotential liegt. Dieses wird nur dann ausgeschöpft, wenn beide mit ihrer Person sich voll entfalten können. Das aber heißt für die Frau etwas anderes als für den Mann. In der katholischen Terminologie spricht man vom Eheband, das nicht zerschnitten werden darf. Es solch starkes Band braucht es aber nur, wenn Verschiedenheit zusammenhalten soll. Nun gibt es zu wenige Romane und Filme über homosexuelle Partnerschaften, die zeigen, wie sie fehlende Unterschiedenheit produktiv kompensieren. Wenn es da Interessantes gäbe, würde nicht um das Nachäffen der Ehe so heftig gekämpft.

Wenn alle gleich sind, wird es für alle gleich langweilig

Die Vertreter des Alleinanspruchs der verschieden-geschlechtlichen Ehe können in Ruhe abwarten, ob die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften von Dauer ist. Angleichung erbringt keine neuen Impulse, sondern erschöpft sich darin, es so zu machen wie die anderen. Der Ritus, z.B. das Anstecken des Traurings und sogar eine kirchliche Segnung drücken gerade nicht aus, dass ein gleichgeschlechtliches Paar mit den Problemen fertig werden will, die sich in einer solchen Partnerschaft notwendig stellen. Welche starken Konflikte sind es, die so etwas wie den Hochzeitsritus notwendig machen? Wenn ein Paar kirchlich heiratet, dann drückt es damit Entschiedenheit aus, die Stürme des Lebens, die von außen wie von innen ihre Beziehung gefährden, gemeinsam zu meistern und dafür den Segen Gottes zu erbitten. Deshalb macht der gleiche Ring deutlich, dass die Verschiedenheit nicht der Trennungsgrund sein soll. Für gleichgeschlechtliche Paare hat der Ring nicht diese Bedeutung. Welches Symbol würde aber dem Ausdruck geben, was ein solches Paar bestehen muss und wofür es die Ehe braucht? Die Veranlagung bei der Steuer reicht da nicht aus.
Wenn es keine rituelle Idee gibt, gibt es auch es auch keine Garantie für solche Partnerschaften. So, wie es die Protagonisten vorantreiben, kann es nur zu einer weiteren Verlangweiligung des Zusammenlebens führen. Oder es steckt wieder einmal die Unterhaltungsindustrie hinter der Kampagne.

Eckhard Bieger S.J.

Ein Gedanke zu “Homo-Ehe – die Einfallslosigkeit der Inszenierung

  1. Sorry, aber ich kanns nicht anders sagen: Wieder – mal – Biegers gesammelte Wirrnis.
    Zu all dem Verworrenen etwas zu sagen, reicht hier der Platz nicht – und, ehrlich gesagt, ist es der Mühe, die es kosten würde, auch nicht wert …

    Eine Kleinigkeit, die Herr Bieger, wenn er sich denn die Mühe machen möchte, selbst noch einmal unter die Lupe nehmen kann:
    „Aber bisher ist keine Gesellschaft auf die Idee gekommen, Freundschaften einen ähnlichen institutionellen Schutz zu gewähren wie der Verbindung von Frau und Mann.“

    Ich frage mich, wie ein solcher Satz angesichts einer ganzen Reihe von Ländern, die bereits die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt haben!, überhaupt zustande kommen kann?

    Und hier schämts einen schon fast, auf den offenkundigen Unfug aufmerksam zu machen:

    „Der Ritus, z.B. das Anstecken des Traurings und sogar eine kirchliche Segnung drücken gerade nicht aus, dass ein gleichgeschlechtliches Paar mit den Problemen fertig werden will, …“

    Woher wissen Sie das, Herr Bieger? Oder sollte ich eher sagen: Woher wissen Sie darüber nichts?

    usw.

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