Model, Mode-Ikone und Mutter: Kim Kardashian – ein Vorbild?

Kim Kardashian ist die erfolgreichste Selbstdarstellerin der Welt. Was macht sie so erfolgreich? Ein Einblick in das Leben des „It-Girls“

Kim Kardashian. Foto: dpa/ picture-alliance

Kim Kardashian. Foto: dpa/ picture-alliance

 Kim Kardashian als Marke

Wohl keine andere Person steht momentan mehr im medialen Fokus als Kim Kardashian – die selbsternannte Popo-Queen. Kim hat es verstanden sich selbst zu vermarkten, eine ganze Firma aus ihrer Person zu machen; besser als alle zuvor. Sie ist „It-Girl“, Schauspielerin, Unternehmerin, Modedesignerin, Model, Selfiequeen – die Liste ist lang. Was ist Kim nicht? Lange schon hat sich das ehemalige Anhängsel von Paris Hilton emanzipiert. Selbst ihr Kind North West wird bei öffentlichen Auftritten kurzerhand an den mütterlichen Kleidungsstil angepasst, denn als Stilikone möchte sie natürlich auch wahrgenommen werden. Das Kind wird hier zum Accessoire.

Ihr neustes Produkt ist ihre Biographie „Selfish“. Der Name ist Programm. Auf 352 Seiten sehen wir Kim in allen erdenklichen Posen: Kim zeigt uns neckisch die Zunge und schaut lasziv in die Kamera, Kim mit einem Sonnenbrand im ganzen Gesicht, Kim in der Maske, Kim nur leicht bekleidet. Wir sehen Bilder, die wir lieber nicht gesehen hätten. Was sonst nur im Familienalbum verstaubt und vielleicht sogar mit Absicht unter Verschluss gehalten wird, präsentiert Kim hier stolz der Öffentlichkeit. Sie nimmt uns mit in ihr Leben voll Glamour, Selfies und Mode. Und das findet Anklang. Nicht mal eine Minute hat es gedauert, bis 500 limitierte Sondereditionen des Ego-Buches verkauft waren.  Doch warum zieht die Marke Kardashian die Massen so an?

Zugegeben – Frau Kardashian befriedigt unseren Voyeurismus. Bis in den letzten Winkel wird ihr Privatleben vermarktet. Ihre Schwester Kourtney ließ sich sogar bei der Geburt ihrer Tochter vom Kamerateam bis zum Schluss begleiten, bis dahin, als sie das Kind eigenhändig aus dem Geburtskanal zog. Kim hält uns das vor Augen, was wir vielleicht mit am meisten begehren: Schönheit, Reichtum – ein vermeintliches Leben ohne Sorgen.

Wenn wir jedoch den ganzen Glanz und Glamour beiseiteschieben, was bleibt übrig? Zu sehen ist eine Frau, die weiß, wie man sich selbst vermarktet. Das ist klar. Doch was vielleicht erst auf den zweiten Blick deutlich wird: Kim Kardashian hat aus sich selbst ein Produkt gemacht, welches ständigen Optimierungen unterzogen wird. Nase, Lippen und sogar ihr Markenzeichen der Po soll schon auf dem Tisch eines Chirurgen gelegen haben. Kim ist ein vollkommenes Kunstprodukt. Hinzu kommt noch eine ordentliche Portion Narzissmus. Für Kim Kardashian scheint das Leben ein Spiel geworden zu sein. Auch hier hat Kim ihr Leben als Marktlücke entdeckt und eine Kim Kardashian App herausgebracht, in der jeder seinen eigenen „Kim Kardashian“ Lifestyle gegen Bezahlung nachspielen kann.

Ein Profi im Marketing

Es wird deutlich, dass Kim auf den Zug unserer Zeit aufgesprungen ist. Sie weiß, was die Massen sehen wollen und sie weiß, was sie dem Kamerateam ihr Leben als Realityshow zeigen muss, um in aller Munde zu sein. Doch zugleich unterliegt sie einem ständigen Optimierungszwang. Der straffe Körper muss im Gym gestählt werden. Eine Portion zu viel Kohlenhydrate wird von der Presse hart abgestraft. Man erinnere sich noch an ihre erste Schwangerschaft, als sie aufgrund von ein paar Kilos mehr auf den Hüften von der Presse als „Wal“ verspottet wurde. Was nicht passt, wird passend gemacht. Egal wie und um welchen Preis.

Das Time Magazin bezeichnet Kim als „The first Lady of #fame“ und auch die Zuschauerzahlen ihrer Realitysoap ‚Keeping up with the Kardashians‘ bestätigen ihren Erfolg. Kim weiß eindeutig, was die Menschen sehen wollen.

Doch letztlich bleibt die Frage im Raum, ob Erfolg auf solch einem Wege wirklich erstrebenswert ist, denn letztlich zeigt sich in Kim Kardashian lediglich ein momentanes Abziehbild der Belange und Wünsche unserer Zeit. Aber was machen Kim Kardashian und ihre Gesinnungsgenossen, wenn sie alt werden?

Jill Graw

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