Weihnachten ist ein christliches Fest

Durch geschicktes Marketing und den Wunsch nach Besinnlichkeit konnte sich Weihnachten auch zum säkularen Fest entwicklen und der Weihnachtsmann zum Kult werden. Dabei ist die christliche Bedeutung des Festes viel freudiger und erhabener als es der Weihnachstsmann je sei kann.

Foto: Christian Schnaubelt

Bild: hinsehen.net

Die Medien haben den Weihnachtsmann massentauglich gemacht

Mit „Ho-Ho-Ho“, (ohne Chi-Minh oder Ho-sianna), beginnen oft die ersten Worte des Weihnachtsmannes. Dann zeigt der Weihnachtsmann den Kindern seine Geschenke. Wer sich auf das säkulare reduziert, kann mit materiellen Gunsterweisungen allein anscheinend hinreichend befriedigt werden. Dabei hat der Prozess der Säkularisierung von Weihnachten mehrere ganz unterschiedliche Beweggründe. Den Nazis nutze ein entchristlichtes Weihnachten, um dadurch eigene nationalsozialistische Religionsfiguren in Szene zu setzen. Der Industrie nutzt ein entchristlichtes Weihnachten, um auch der Mehrheit der Losgesagten irgendwelche materiellen Kaufanreize zu vermitteln. Besonders in den USA entstanden in den 90ern zunehmend Filme, die den Kult um den Weihnachtsmann gestärkt haben. Als Beispiele dient  „Das Wunder von Manhattan“ (Originaltitel „The Miracle on 34th Street“ von 1954, Remake 1994), , darin wird der Glaube an den Weihnachtsmann zu einer Quasireligion erhoben. Heile Welt Romantik, geschmückt mit Geschenken und „alles wird gut“- Allüren. Kleine Kinder und die, die nie erwachsen werden wollen, mögen diesen Film als Zeichen ansehen, dass es noch Schönes in der Welt gibt; im Grunde genommen verbreitet dieser Film jedoch vor allem pseudoreligiösen Kitsch durch einen alten Opa mit weißem Bart.

Weihnachtsmann in Himmelpfort

Foto: dpa / picture-alliance

Der Weihnachtsmann als Religionsersatz in der Moderne

Die große Krise der monotheistischen Religionen beginnt immer dann, wenn Traditions- und Kollektivbindungen wegbrechen und der Mensch individuelle Lebensformen und –inhalte dagegen setzt. Dieses Phänomen wird mit dem Ausdruck „Moderne“ gut beschrieben. Die Moderne, verstanden als Epochenbegriff, ist die Auflösung der traditionellen Strukturen.

„Jeder Schritt der Moderne greift als schöpferische Zerstörung in bestehende, bislang Sicherheit verbürgende Traditionen ein […]“ – Richard Münch [RGG4 5 (2002), Sp. 1381f.]

Und als genau diese „schöpferische Zerstörung“ kann der Weihnachtsmann verstanden werden. – Die seit Jahrhunderten übliche Feier der Geburt Jesu wird zerstört, um einer Neuschöpfung Raum zu geben: dem Weihnachtsmann. Dieser ist die moderne, leibesfüllige Antwort auf den Zimmermann aus Nazareth. Gleichwohl hat auch der Weihnachtsmann einen gewissen messianischen Anspruch. Er erlöst jedoch nicht endzeitlich oder erbsündlich, sondern kurzfristig, an den Weihnachtstagen, aus der tristen, langweiligen und kalten Winterzeit. Der Weihnachtsmann soll, als Idee oder als realpräsentierte Gestalt, eine letzte Kuscheligkeit, eine wärmende Atmosphäre in den sonst so durch– und aufgeklärten Alltag bringen. Wenn es schon keinen Gott gibt, dann immerhin einen lieben alten Opa mit weißem Bart, der Geschenke bringt. So glauben auch kleine Kinder gerne an den Weihnachtsmann, der jedes Jahr neu aufersteht und Geschenke bringt. – Wer will nicht die Augen zum Himmel erheben, und hoffen, auf dass es ertöne „Ho-Ho-Ho“.

Der Haken am Weihnachtsmann

Es bleibt in der Moderne jedem selbst überlassen, was und woran er glauben will. Ob er oder sie an den Weihnachtsmann, das „fliegende Spaghettimonster“, oder an den Ökologismus glauben will, ist das Recht eines jeden einzelnen. Das Problem bei all diesen Phänomenen ist, dass sie im Vergleich zu den monotheistischen Offenbarungsreligionen eben keine Heilsoffenbarung kennen. Der Weihnachtsmann ist eine Illusion, dies ist den meisten zwar bewusst, aber das heißt nicht, dass man ihn nicht trotzdem verkünden kann. Die Hoffnung auf Gerechtigkeit, auf ewiges Leben, auf Frieden Heilung und Versöhnung, die wirklich existenziellen Wünsche und Sehnsüchte des Menschen, werden nicht durch den Weihnachtsmann geschenkt. Im Christentum ist es ein Kind im Stall, das im Glauben dieses Geschenk ist. Das Geschenk Gottes durch einen ergrauten Weihnachtsmann zu tauschen, ist eine furchtbare Herabsetzung des Weihnachtsfestes. Die Frohe Botschaft ist nicht der Weihnachtsmann, sondern das Kommen Gottes in diese Welt.

In diesem Sinne frohe Weihnachten.

Josef Jung

Links: http://www.nikolausinitiative.de/

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