Breaking Bad und Sex and the City – Zwei Lebensmodelle im säkularen Zeitalter

Zu den vielen Serien, die in den letzten Jahren sehr populär waren, gehören „Breaking Bad“ und „Sex and the City“. Erstere ist vor allem bei Männern beliebt, letztere bei Frauen. Beide geben je eigene Antworten auf den Umgang mit dem Leben. Welche Botschaften geben sie? Sind sie Vorbild oder Abschreckung? Welche Philosophien werden transportiert?

Zeit nicht reif für «Sex and the City 3»

Foto: dpa / picture-alliance

Breaking Bad

In Breaking Bad bricht das Leben des Hauptdarstellers „Walter“, genannt „Walt (White) Heisenberg“, gespielt von Bryan Cranston, zusammen. Sinngemäß zur Bedeutung des Begriffs Breaking Bad, der übersetzt werden kann als „den rechten Weg verlieren“, „eine kriminelle Karriere einschlagen“, schlägt er eine Laufbahn als Drogendealer ein. Zu Beginn des Films ist er ein nicht gut verdienender Chemielehrer, dem inoperabler Lungenkrebs diagnostiziert wird. Überhäuft von Enttäuschungen und hoffnungslosen Perspektiven, gibt er sein bisheriges bürgerliches Leben komplett auf.

Er will mit dem Herstellen der Droge Crystal Meth seine Krebsbehandlung finanzieren und seine Familie finanziell absichern. Obwohl der Krebs nicht heilbar ist, will er den verbleibenden Rest seines Lebens wenigstens finanzielle Sicherheit herstellen. La familia es todo, die anderen Menschen sind egal. Optisch weiht er sein neues Leben damit ein, dass er seine Kopfhaare zur Glatze abrasiert und sich einen Bart in Henriquatre-Art stehen lässt. Seine Frau möchte sich, nachdem sie von seinen Drogengeschichten erfahren hatte, von ihm scheiden lassen und beginnt eine Affäre. Seine Familie distanziert sich immer mehr von ihm und in der letzten Folge stirbt Walter an den Folgen einer Schießerei. Sein Geld lässt er zuvor seinem Sohn zum 18. Geburtstag zukommen.

Sex and the City

Sex and the City spielt im heutigen New York und erzählt aus der Perspektive der Kolumnistin Carrie Bradshaw, gespielt von Sarah Jessica Parker, das Leben von vier New Yorkerinnen, die alle Anfang bis Ende Dreißig sind. Es geht vor allem, wie der Titel sagt, um deren Sexualleben, daneben auch um Schuhe, Mode, Gewicht sowie Klatsch und Tratsch. Es ist also eine Runde von vier modernen New Yorker Frauen, die im säkularen Tempel ihrer Eitelkeit frönen. In der sechsten und letzten Staffel bekommt eine der vier Brustkrebs, der allerdings geheilt werden kann.

Carrie träumt von ihrem „Mister Big“, mit dem sie bisher nie eine bleibende Beziehung aufbauen konnte. Am Ende der Serie sitzen sie vereint in New York. Was das weltliche Allerlei zu bieten hat, haben sie genossen oder erlitten. Sie sind zwar älter geworden, aber die Prioritäten haben sich kaum gewandelt. Sex & shoes for live, solange nicht der Traummann klingelt, doch selbst dann entwickelt er sich im Alltag meist zur Enttäuschung.

Die Philosophien hinter den Serien

Das, was in beiden Serien vorkommt, sind Lebensmodelle, die sich vollständig in säkularen Lebenswelten abspielen. Gott ist schon lange tot. Kirchen dienen bestenfalls noch als Museen für vergangene Zeiten. Bei Breaking Bad der gewählte Kampf für die Familie und gegen das Schicksal, mittels Drogen und Gewalt gegen alle anderen. Auf der anderen Seite – in Sex and the City – gibt es die hedonistische Lebenswelt der New Yorkerinnen, in der das Tantum Ergo Sex und Schuhen gilt. Man hat es bereits aufgegeben, ja vollkommen vergessen, an etwas bzw. jemanden zu glauben, jenseits von Familie, Freunde oder Lust.

Oft wird daher die Abkehr von Gott als eine Befreiung gesehen, zumindest lässt Brecht in seinem Theaterstück „Leben des Galilei“ diesen sagen: „Eine neue Zeit ist angebrochen, ein großes Zeitalter, in dem zu leben eine Lust ist.“ Aber letztlich bleibt man doch nur bei sich selbst stehen und wenn man nicht fähig ist sein Glück herzustellen, gibt es keine Perspektive mehr.

Sind das die letzten Wahrheiten?

Wo aber bleiben die großen Fragen: „Was ist der Mensch? Was ist der Sinn des Schmerzes, des Bösen, des Todes – alles Dinge, die trotz solchen Fortschritts noch immer weiterbestehen? Wozu diese Siege, wenn sie so teuer erkauft werden mußten? Was kann der Mensch der Gesellschaft geben, was von ihr erwarten? Was kommt nach diesem irdischen Leben?“ (Gaudium et Spes, Zweites Vatikanisches Konzil). Es mag für einige möglich sein, in säkularer Seligkeit aufzugehen, für die meisten Menschen jedoch ist im hiesigem Leben der Weg in Gerechtigkeit und Glück versperrt. Bleibt letztlich nur die Konsequenz, das Leben absurd zu finden und sich mit möglichst viel Geld und Lust abzulenken? Oder findet sich eine Antwort, die über Machbarkeit und Taktik hinausweist?

Josef Jung

Foto: dpa / picture-alliance

Ein Gedanke zu “Breaking Bad und Sex and the City – Zwei Lebensmodelle im säkularen Zeitalter

  1. Pingback: Smartphone, also bin ich | hinsehen.net

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s